Internationaler Tag der Frau

Mal ehrlich – es ist symptomatisch, dass man erst am Tag nach dem Internationalen Tag der Frau über diesen schreibt. Scheinbar geht dieser Tag, der in anderen Ländern ein Feiertag ist in Westeuropa komplett unter. Grund genug sich mal mit den weiteren Kontext dieser interessanten Beziehung zwischen Mann und Frau auseinander zu setzen. Bis jetzt habe ich das nur in der mir bekannten Welt, also Westeuropa, vor allem Deutschland, getan.
Nach wie vor ist das Lohnniveau für Frauen deutlich niedriger weltweit gesehen, nach wie vor ist es üblich, dass in Ländern ausserhalb Europas Frauen einen Vormund brauchen und sich nicht selbst rechtlich vertreten können. In Islamischen Ländern ist die Rolle der Frau klar umrissen:

Um den Aufbau einer gesunden Familie zu gewährleisten, verteilt der Islam die Verantwortungen in der Familie zwischen Mann und Frau. Während der Mann für den Unterhalt verantwortlich ist, ist die Frau bemüht, ihre Kinder in einer Atmosphäre der Fürsorge und Liebe zu erziehen, und das Haus zu einem Hort der Geborgenheit zu gestalten. (Quelle: Islam.de)

Mein Eindruck der Praxis ist da allerdings ein anderer: In einem Bericht eines Entwicklungshelfers aus Pakistan kam die Praxis dieses Satzes so rüber, dass verheirateten Frauen erst gar nicht erlaubt wird das Haus zu verlassen…
Trotz meiner Meinung, dass Frauen in der westlichen Gesellschaft, stärker, gebildeter und organisierter sind als Männer, kann man wirklich mal international gesehen festhalten, dass dieser Welttag der Frau eine sinnvolle Sache ist. Er bringt in das Bewusstsein zurück, dass viele Frauen auf der Welt unterdrückt und ausgebeutet werden, sie als minderwertig betrachtet und nicht als gleichwertig und gleich wertvoll wie Männer gesehen werden. Da gibt es noch viel zu tun, viel zu denken und vermutlich noch viele Frauentage zu begehen.

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Mittel gegen Arbeitslosigkeit

„Wirksam kann man die Arbeitslosigkeit nur dann bekämpfen, wenn diejenigen, die Arbeit haben, bereit sind, etwas von ihrer Arbeit abzugeben – auch die dazugehörigen Einkünfte.”
Das heutige Zitat des Tages stammt von Oswald von Nell-Breuning (1890-1991), dt. kath. Theologe u. Soziologe

Hm. Ich bin ein Exot und es fällt mir immer mehr auf. Dieses Zitat von heute (Mittwoch 08.03.2006) spricht mir aus dem Herzen. Arbeit ist uns zu wichtig geworden, denke ich. Mann und Frau müssen arbeiten und damit ist gemeint in Lohn und Brot bei einem Arbeitgeber stehen. Erziehung, Haushalt und derlei Arbeit ist enorm abgewertet worden, so dass diese Arbeiten weder für Frauen noch für Männer irgendeinen Reiz ausüben. Wir beziehen unseren Selbstwert, unsere Selbstsicht aus dem, was wir tun und das ist dumm.
Ich glaube der Oswald von Nell-Breuning hat Recht. Nur wenn wir Arbeit und Einkünfte abgeben, kommen wir hier weiter. Wie ich das mache? Hm. Nach der Maxime leben: Was Du gibst macht Dich nicht ärmer. Den Wert des Gebens neu entdecken. Ich glaube das „DoubleIncomeNoKids“ dieses Land auf Dauer nicht weiter bringen wird und es uns besser gehen würde, wenn nicht der Druck da wäre, dass jeder immer und zu jeder Zeit arbeiten muss. Verzicht, teilen und genügsam sein sind wichtige Prinzipien und Worte für unsere nächsten 50 Jahre. Lebe ich das schon genug? Kann ich nicht sagen, aber ich hoffe es. Ich würde gern in einer Gesellschaft leben, die teilen kann. Arbeit und Einkünfte auch, damit es allen besser geht.

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Caesarea

RIMG0109.JPGJa, er spinnt. Mitten im kalten, verschneiten März schreibt er über eine Mittelmeer Hafenstadt. Ja er schreibt, weil mir dieser Besuch in Caesarea von unserem Israelurlaub am deutlichesten in Erinnerung geblieben ist.
Hier war Paulus in leichter Gefangenschaft, fast zwei Jahre lang. Es war ein seltsames Gefühl so viel Realität um sich herum zu sehen. Unter anderem sind wir auf einen Stein gestossen, der ein Haus bezeichnet hat, welches Pontius Pilatus für den römischen Kaiser Tiberias erreichtet hat. Und da hat mich eine leichte Gänsehaut erwischt. Manchmal ist die Sache mit Jesus weit weg, unwirklich, Glaubensinhalt.
In Caesarea war Glaube mit Sand, Gebäuden und Wirklichkeit verbunden und dadurch unmittelbarer, irgendwie.
Ich denke gern daran zurück. Ach, ja: Und schön war es auch dort….

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Einfach….Beten

Ehrlich: Ich bete nicht stundenlang am Tag. Ich bete viel auf Fahrten, am Schreibtisch, kurz: Im Tun, wenn mein Kopf frei ist.
Aber dann und wann bete ich gern mal mit mehr Zeit. Meistens dann mit anderen zusammen.
Hinter mir liegen viele Tage ohne das Gefühl, dass Gott meine Gebete beantwortet hat. Viele Dinge passieren und sind passiert, die ich so nicht wollte, aber Gott scheinbar. Ich gewinne mehr und mehr Frieden darüber und das Gebet trägt dazu bei. Ich empfinde beten manchmal als unmöglich, manchmal als schwierig, manchmal mag ich nicht beten, wenn ich weiß, dass es gut wäre zu beten.
Aber letztlich ist das was hilft einfach…..beten.

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Erste Eindrücke von den Lexika in Bezug auf Leiterschaft

Man ist sich einig, dass es so etwas wie ein „Amtsverständnis“ im Neuen Testament nicht wirklich gibt. So sehen zumindest die Theologische Realenzyklopädie, die Religion in Geschichte und Gegenwart, das Lexikon für Theologie und Kirche und noch ein paar mehr das. Mein Lieblingssystematiker, Wayne Grudem, geht sogar soweit zu sagen, dass es kein wirklich „biblisches“ Modell für Gemeindeleiterschaft gibt (Wayne Grudem, Systematic Theology). Interessant nicht? Da redet man und denkt und dann kommt man bei namhaften Leuten zu dem Punkt, dass es eigentlich so etwa wie ein Amt nicht gibt. Es gibt Funktionen und es gibt Autorität zu handeln. Aber das sind zweite Fragen. Mild überrascht und motiviert weiter nachzudenken und zu forschen bleibe ich mit meinen ersten Eindrücken. Nix wirklich neues, aber spannend. Woher kommt dann unsere Denke? Wie hat sich ein „Amtsdenken“ in den Köpfen festsetzen können? Hier werde ich vermutlich dann die Hilfe von Soziologen zurückgreifen müssen….

Kester Brewin’s Serie über Leiterschaft

Meine Gedanken bezüglich Leiterschaft gehen weiter. Heute möchte ich etwas Zeit in der Badischen Landes Bibliothek verbringen, um die Standartlexika abzuklopfen. Nichts aufregendes, nur normale Hintergrundarbeit, also. Derweil bin ich bei Kester Brewins Blog (Autor von „The Complex Christ“) auf eine Serie über Leiterschaft und Selbst gestossen. Wie immer finde ich ihn anregend und gut geeignet weiter zu denken, in Frage zu stellen…

Fastenzeit

Am Freitag hatten wir einen Gottesdienst über Fasten und Verzicht. Verzichtet haben wir dann auch auf ein üppiges Essen, ungesüßter Griesbrei, Knäckebrot und Wasser. Mehr gab es nicht. Am Anfang lief der Fernseher mit einer Vorabendserie sehr laut, parallel dazu eine Worttransport CD. Man hat nichts verstanden, es war ein Heidenlärm. Dieses Bild, dass wir zu oft abgelenkt sind von dem Fernseher oder anderen Dingen hat sich dann durchgezogen und uns den Wert des Fastens gezeigt. Als wir den Fernseher abgeschaltet haben, konnten wir hören, was Gott uns zu sagen hat im Johannesevangelium.
Die Geschichte vom reichen Jüngling (Lukas 18, 18-27) zeigt, das es sich lohnt alles für Jesus zu geben und das uns nichts wichtiger werden soll als die Beziehung zu ihm. Genau das soll in der Fastenzeit wieder in der Mittelpunkt gerückt werden. Die Mönche haben regelmäßige Fastenzeiten eingelegt, um diesen Verzicht einzuüben. Mir fällt es sehr schwer zu erkennen was mich am meisten von Gott abhält. Um uns das vor Augen zu führen, wie wir unsere Zeit (immer ein guter Indikator für unsere Prioritäten!) verbringen, haben wir eine Umfrage gestartet wie die Leute ihre Zeit verbringen und ein Diagramm erstellt (unten, Danke an Felix!)
Verena hat uns berichtet, was Fasten für sie im letzten Jahr bedeutet hat und was dadurch mit ihr passiert ist, sehr cool und sehr ehrlich.
Neben einer Fastenaustausch Ecke, wo man seine Erfahrungen der nächsten 7 Wochen aufschreiben und mit anderen teilen kann gab es dann noch eine Art „Fastenvertrag“, den jeder ausfüllen konnte und eintragen was ihn am meisten von Gott abhält. Auf dem Vertrag war oben das Zeitverteilungsdiagramm, damit man vor Augen hat, wie der Durchschnittsmensch in der Wohnung seine Zeit verbringt.
Ein guter Abend, wir bleiben an diesem Thema dran. Es ist unheimlich wichtig in einer Gesellschaft, die sich so leicht ablenken lässt, bewusst auf Sachen/Aktivitäten zu verzichten.

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Beni

Beni ist derjenige, dem ich verdanke, dass ich ein WordPress Blog am Laufen haben kann. Er ist einer der Leute, die regelmäßig bei @home auftauchen, die Wohnung bevölkern, meine Kleingruppe bereichern. Beni ist ausserdem mein Gegenpol: er hat einen trocken, äußerst witzigen Humor, ist wirklich nett und ausserdem ziemlich schnell in seiner Auffassung und ziemlich helle.
Danke Beni für die vielen Stunden, die Du mit der Einrichtung verbracht hast! Es freut mich, dass der Blog immer besser wird und ich jetzt alle meine Posts von Blogger hier integriert haben kann!

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Und ich dachte tiefer geht es nicht mehr….

Habe gerade auf Martin Dreyers Blog folgende Seite Entdeckt: Nein zur Volxbibel. Was sich wie ein schlechter Scherz anhört ist es nicht. Es ist tatsächlich eine harmlos designte, aber inhaltlich krasse Anti-Volxbibel Seite. Sie haben 7 mittelfristige Ziele, wobei das letzte ein ganz krasses Ding ist:

7. …dass in einer einmaligen Informationspolitik und Aufklärung mittelfristig ein Verbot der sogenannten „volxbibel“, möglichst zusammen mit dem Arbeitskreis Christlicher Kirchen, ACK, auch auf kirchlich-juristischem Wege erreicht wird.

Verantwortlich zeichnet dafür Waldemar Grab, hervorragender Pianist und jetziger Bibelstudent. Es ist irgendwie traurig und ich kann Martin verstehen, wenn er nichts mehr dazu sagt.
Ich sage was dazu: Die Übertragung der Bibel in verständliche Sprache, Dialekte usw. ist immer wieder nötig. Wenn Leute diese Bibel lesen und nach Gott fragen oder weil sie noch Gott fragen die Volxbibel lesen und etwas über ihn erfahren sollten wir dankbar sein. Wenn wir Textvergleiche anstellen wollen, wie sie auf der Nein zur Volxbibel Seite angeführt werden, dann sollte man auch die teilweise sprachlich völlig unverständliche Elberfelder Übersetzung nehmen. Die ist so Wortgetreu, dass ein ungebildeter Mensch sie nicht leicht verstehen kann. Ich habe unter Heinrich von Siebenthal kommunikative Übersetzung gelernt, nicht wortgebunden. Natürlich ist die Volxbibel keine Übersetzung, auch die Gegner sollten das doch mal verstanden haben. Gehen wir als nächstes auf die Kinderbibeln los, weil sie das Wort illustrieren und nacherzählen? Ich wünschte mir mehr Liebe und Einheit und Frieden an diesem Bereich der christlichen Gemeinde in Deutschland. Und weniger Polemik. Wiki-Artikel über die Volxbibel als Info….

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Paulo Coelho – Handbuch des Kriegers des Lichts

Poetisch und inspirierend bringt uns Paul Coelho in seinem kleinen Buch. Eine Weisheit spricht daraus, die mich beeindruckt. Ist es ein Andachts- und Mediationsbuch? Kann man nicht so genau sagen. Vielleicht ein Auszug?

Jeder Krieger des Lichts hatte schon mal Angst zu kämpfen.

Jeder Krieger des Lichts hat bereits einmal gelogen oder jemand verraten.

Jeder Krieger des Lichts hat schon einen Weg beschritten, der nicht der seine war.

Jeder Krieger des Lichts hat schon gemeint, er sei kein Krieger des Lichts.

Ich mag solche Bücher.

Was man beim Fahrradhaus so alles lernen kann…

Da wird in einem Fahrradhaus unter den Tipps für den Fahrradkauf John Ruskin zitiert:

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. JOHN RUSKIN, Sozialreformer

Das lässt nachdenken. Vor allem über unseren Wahn immer alles billiger haben zu wollen.

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Fresh Expressions of Church – England

Mich wundert, dass noch niemand über diese Seite geschrieben hat und sie meines Wissens nach noch keiner Verlinkt hat. In England geht nämlich etwas, was in Deutschland nicht möglich ist: Eine Erneuerung der Kirche und zwar der anglikanischen. Die haben nämlich in den 80er/90ern etwas ganz krass gemerkt: Das sie kein Geld mehr hatten. California or die war dann die Devise und sie haben sich überlegt, wie man Gott zu den Menschen zurück bringen kann. Naja es war nicht nur das Geld, aber die Notlage in der viele Gemeinden dichtmachen mussten hat viel bewegt. Und das Neue wurde in das alte integriert oder das Alte wurde vom Neuen durchdrungen. Wie auch immer. Es ist eine interessante Geschichte und bringt ein Stichwort, das sich zumindest in meinen Augen bei Alan Hirsch und Michael Frost wiederfindet: Mission-Shaped Church. Das ist ein Bericht der Church of England (man kann ihn hier herunterladen), der sehr lesenswert ist.
Vor einiger Zeit war auf den Blogs von dem Unterschied zwischen den Amerikanern und den Europäern die Rede, dazu findet man im Moment wenig. Verfolgenswert ist die Sache in England aber, vor allem, weil dieses Gedankengut beim Landesbischoff Fischer (Baden) auf fruchtbaren Boden fällt. Der sucht nämlich nach Leuten, die Gemeinden bauen in der Landeskirche. Ein guter Ansatz und gute Beispiele aus England.
Die Webseite: Freshexpressions

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