Ich habe heute „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers zu Ende gelesen. Wie schon „Ensel und Krete“ oder „Rumo“ ist es ein Roman der in Zamonien spielt (übrigens auch die Heimat der Buntbären zu welchen Käptain Blaubär zählt). Moers schreibt einfach anders. Anders genial. Mal abgesehen von der Grundmischung, die uns schon bekannt vorkommt (kleiner Lindwurm bekommt eine große Aufgabe) gibt es so viel schillernd Aufregendes und sprachlich Hochstehendes, dass es eine Freude war dieses Buch zu lesen. Nebenbei wurde gerechnet: Abgerechnet mit so manchen Büchern (die Bücher haben alle fiktive Titel, aber die Konzepte, die dahinter stehen waren überdeutlich), die wirklich nicht hätten erscheinen müssen und zugleich auch mit den Büchern, die wirklich niemand versteht und die vom literarischen Quartett als „Muss“-Bücher verkauft werden, die einfach schlecht sind.
Ich möchte meinem verehrten Schwager nicht um diesen Lesegenuss bringen, darum schweige ich von den vielen überraschenden Wendungen und so mancher Figur, die liebenswert böse oder liebenswert liebenswert daherkommt und empfehle es und mit ihm die ganze Zamonienreihe von Moers für den kranken Geist, der gern lacht. Auszug aus dem Klappentext: „Es ist die größte, schönste Liebeserklärung an das Lesen und die Literatur, die in diesem Jahr zu haben ist.“ und das ist so. Träumende Bücher, Literaturwelten, Dichtung und kosmisches Alphabet vermischen sich zu einem großen Roman. Danke, Herr Moers!
Es gibt immer wieder Weihnachtsgeschenke, die nicht die Hüften dick machen, sondern eher den Kopf. Meine Schwiegermutter hat wieder einmal ein solches ausgesucht und mir geschenkt – den sehr fein aufgemachten Bildband „

Der Freitag stand ganz im Zeichen des DokuZentrums Nürnberg. Ich hatte ja am Dienstag schon mit Brian über die NS Zeit gesprochen und er äußerte den Wunsch, wenn möglich, ein Konzentrationslager zu besuchen. Peter hatte die Idee doch das DokuZentrum im Reichstag in Nürnberg anzuschauen und gesagt, getan. Ich war noch nie dort und freute mich ebenfalls darauf und wurde nicht enttäuscht. Hier fanden die riesigen Reichstagsvernastaltungen der Nazis statt. „Wie konnten die Nazis nur die Menschen so in ihren Bann schlagen?“ habe ich mich oft gefragt. Ein Stück der Antwort steckt in dieser Ausstellung. Die von den Nazis veranstalteten Reichstage waren riesig, Events, die durchaus einen religiös-fanatischen Charakter hatten. 