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	<title>Kommentare zu: Schrottys Zweifel</title>
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	<description>Momentaufnahmen aus meiner Lebensreise</description>
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		<title>Von: Schrotty</title>
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		<dc:creator>Schrotty</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Dec 2007 18:47:12 +0000</pubDate>
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		<description>Hi Björn, danke dir für deinen coolen Gedanken. Meine eigenen Gedanken gingen in letzte Zeit auch in diese Richtung, die Richtung des Fragens.

P.S. Schade dass wir uns in hamburg nicht gesprochen haben, wusste ehrlich gesagt nicht, wer  von den vielen Leuten du bist ;-)

P.p.s hatte dir mal 2 emails bezüglich eines Vortrags zu missionarischer Jugendarbeit geschrieben. Hast du die gelesen?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Björn, danke dir für deinen coolen Gedanken. Meine eigenen Gedanken gingen in letzte Zeit auch in diese Richtung, die Richtung des Fragens.</p>
<p>P.S. Schade dass wir uns in hamburg nicht gesprochen haben, wusste ehrlich gesagt nicht, wer  von den vielen Leuten du bist <img src='http://www.journeyfiles.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>P.p.s hatte dir mal 2 emails bezüglich eines Vortrags zu missionarischer Jugendarbeit geschrieben. Hast du die gelesen?</p>
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		<title>Von: Doxadei</title>
		<link>http://www.journeyfiles.de/2007/12/04/schrottys-zweifel/comment-page-1/#comment-28833</link>
		<dc:creator>Doxadei</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Dec 2007 18:03:51 +0000</pubDate>
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		<description>Danke für Deinen Post. Geht mir nach. Ich komme aus der katholischen Tradition, bin Priester, und wir hatten im Priesterseminar einen ziemlich strengen Spiritual, der Zweifel nicht zulassen wollte. War nach seiner Meinung (gedeckt durch den Katechismus und auch wohl biblisch begründet) Sünde – eine Sünde gegen das erste Gebot. Der Spiritual hat ziemlich genau darauf geachtet, ob wir uns weigerten, für wahr zu halten, was Gott geoffenbart hat oder die Kirche zu glauben vorlegt. Oder ob wir Seminaristen die Mühe scheuten, über Einwände gegen den Glauben hinwegzukommen. Oder ob wir Seminaristen aus Angst zweifelten. Kein Wunder, das sich niemand mehr im Priesterseminar in dieser Richtung äußern wollte. Ich bezweifle aber, daß alle so glaubensfest waren. Es mag hohe Würdenträger wie &quot;normale&quot; Gläubige geben, die Glaubens-Stärke demonstrieren und von keiner Anfechtung heimgesucht scheinen. Aber mitunter kommt mir diese Demonstration etwas „aufgesetzt“ vor, so als ob man nach der Parole glaubt: „Augen zu und durch.“ Mit diesen Leuten kann man nur bis zum einem bestimmten Punkt diskutieren, aber dann, ab dann muß man nach ihrer Meinung glauben. „Vogel, friß oder stirb.“ Da fallen die Skeptiker unter den Tisch, die es nunmal auch gibt. Deren Horizont nicht ein Himmel aus Goldgrund ist wie bei einer Ikone, sondern deren Glaubensgemälde eher einer realistische Landschaft gleicht wie auf den Gemälden der Spätgotik. 
O Gott, ich glaube, ich texte Dich gerade zu, aber das Thema geht mich echt was an. Nach biblischem Verständnis ist Glaube: Festigkeit haben können und Festigkeit beweisen. Glaube ist weder Salto mortale in absurde Lehren (wie sie Sekten verlangen) noch unverbindliches Umherirren und ständiges Suchen. Sondern Glauben bedeutet: in etwas stehen und zu etwas stehen. Nicht: den Verstand aufgeben, sondern sich festmachen, Halt gewinnen in etwas. Glaube heißt: nicht hektisch umherspringen, sondern sich einreihen in eine Geschichte, in einen roten Faden. Sich verankern in einer Prozession von Glaubenszeugen.Glauben hat darum für mich sehr wesentlich etwas mit Identität zu tun und weniger mit Selbstaufgabe – Glauben heißt nicht, daß ich meinen Verstand an der Tür abgeben muß. Glaube heißt für mich Halt finden und bewahren können. Und das heißt für mich auch, Gottes Ja zu mir zu entdecken und zu übernehmen, entdecken, daß ich nie ohne dieses grundsätzliche Ja auskommen können. Entdecken, daß Gott mich will und mein Leben. Für mich war es von Kindheitsbeinen an sehr beglückend zu spüren: Ich habe einen Platz in dieser Heilsgeschichte. Und mein Glaube darf so klein sein wie ein Senfkorn (und Jesus hatte sogar Senfkörner vor Augen, die viel kleiner waren als die Senfkörner, die wir kennen, nämlich gerade noch mit dem Auge erkennbar).Also so klein darf mein Glaube sein. Denn auch ein kleines Senfkorn trägt alle Verheißung in sich, eine große Verheißung.Glaube kann nämlich dann die Kraft zur Treue werden, die Erstaunliches möglich macht. Was mich bei Dietrich Bonhoeffer oder Edith Stein zum Beispiel mächtig beeindruckt. Oder bei Mutter Teresa. Und bei Mutter Theresa, das kann man in ihrer Autobiographie nachlesen, fing es wirklich ganz klein an, klein wie ein Senfkorn. Glaube ist eine Kraft, die gegen jede Erwartung wirksam ist. Und die dann trotzdem etwas erbringt, was zum Himmel weist. Glaube ist ein Ja, das sich auf Stärkeres gründet. Auf eine letzte äußerste Ahnung, daß der Tod nicht das Endgültige ist. 
Ich kann die Bitte der Apostel „Herr, stärke unseren Glauben“ sehr gut verstehen, und ích bete auch regelmäßig so, daß Gott mich stärken möge, daß ich nicht müde werde, ihn zu suchen und zu erkennen. Er allein vermag den Glauben zu schenken durch ein Wort oder ein Zeichen, das mich befähigt, an Wirklichkeiten heranzukommen, die ich nicht sehen kann und die doch existieren. 
Jetzt hab ich Dich echt zugepredigt. Typisch Pfarrer, dich können das nicht immer abstellen. Toll finde ich ein Gedicht zum Thema von Andreas Knapp.
„Glauben sie/so wurde ich gefragt/an den lebendigen Gott / und ich antwortete / ich lebe davon / daß Gott an MICH glaubt. 
Und was halten Sie / von Jesus Christus / und ich antwortete / ich baue darauf / daß ER MICH hält. 
und was denken Sie / vom Heiligen Geist / und ich antwortete / daß er uns beide tief verbindet / mehr als wir uns denken können.“ 
Liebe Grüße. Und nichts für ungut.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für Deinen Post. Geht mir nach. Ich komme aus der katholischen Tradition, bin Priester, und wir hatten im Priesterseminar einen ziemlich strengen Spiritual, der Zweifel nicht zulassen wollte. War nach seiner Meinung (gedeckt durch den Katechismus und auch wohl biblisch begründet) Sünde – eine Sünde gegen das erste Gebot. Der Spiritual hat ziemlich genau darauf geachtet, ob wir uns weigerten, für wahr zu halten, was Gott geoffenbart hat oder die Kirche zu glauben vorlegt. Oder ob wir Seminaristen die Mühe scheuten, über Einwände gegen den Glauben hinwegzukommen. Oder ob wir Seminaristen aus Angst zweifelten. Kein Wunder, das sich niemand mehr im Priesterseminar in dieser Richtung äußern wollte. Ich bezweifle aber, daß alle so glaubensfest waren. Es mag hohe Würdenträger wie &#8220;normale&#8221; Gläubige geben, die Glaubens-Stärke demonstrieren und von keiner Anfechtung heimgesucht scheinen. Aber mitunter kommt mir diese Demonstration etwas „aufgesetzt“ vor, so als ob man nach der Parole glaubt: „Augen zu und durch.“ Mit diesen Leuten kann man nur bis zum einem bestimmten Punkt diskutieren, aber dann, ab dann muß man nach ihrer Meinung glauben. „Vogel, friß oder stirb.“ Da fallen die Skeptiker unter den Tisch, die es nunmal auch gibt. Deren Horizont nicht ein Himmel aus Goldgrund ist wie bei einer Ikone, sondern deren Glaubensgemälde eher einer realistische Landschaft gleicht wie auf den Gemälden der Spätgotik.<br />
O Gott, ich glaube, ich texte Dich gerade zu, aber das Thema geht mich echt was an. Nach biblischem Verständnis ist Glaube: Festigkeit haben können und Festigkeit beweisen. Glaube ist weder Salto mortale in absurde Lehren (wie sie Sekten verlangen) noch unverbindliches Umherirren und ständiges Suchen. Sondern Glauben bedeutet: in etwas stehen und zu etwas stehen. Nicht: den Verstand aufgeben, sondern sich festmachen, Halt gewinnen in etwas. Glaube heißt: nicht hektisch umherspringen, sondern sich einreihen in eine Geschichte, in einen roten Faden. Sich verankern in einer Prozession von Glaubenszeugen.Glauben hat darum für mich sehr wesentlich etwas mit Identität zu tun und weniger mit Selbstaufgabe – Glauben heißt nicht, daß ich meinen Verstand an der Tür abgeben muß. Glaube heißt für mich Halt finden und bewahren können. Und das heißt für mich auch, Gottes Ja zu mir zu entdecken und zu übernehmen, entdecken, daß ich nie ohne dieses grundsätzliche Ja auskommen können. Entdecken, daß Gott mich will und mein Leben. Für mich war es von Kindheitsbeinen an sehr beglückend zu spüren: Ich habe einen Platz in dieser Heilsgeschichte. Und mein Glaube darf so klein sein wie ein Senfkorn (und Jesus hatte sogar Senfkörner vor Augen, die viel kleiner waren als die Senfkörner, die wir kennen, nämlich gerade noch mit dem Auge erkennbar).Also so klein darf mein Glaube sein. Denn auch ein kleines Senfkorn trägt alle Verheißung in sich, eine große Verheißung.Glaube kann nämlich dann die Kraft zur Treue werden, die Erstaunliches möglich macht. Was mich bei Dietrich Bonhoeffer oder Edith Stein zum Beispiel mächtig beeindruckt. Oder bei Mutter Teresa. Und bei Mutter Theresa, das kann man in ihrer Autobiographie nachlesen, fing es wirklich ganz klein an, klein wie ein Senfkorn. Glaube ist eine Kraft, die gegen jede Erwartung wirksam ist. Und die dann trotzdem etwas erbringt, was zum Himmel weist. Glaube ist ein Ja, das sich auf Stärkeres gründet. Auf eine letzte äußerste Ahnung, daß der Tod nicht das Endgültige ist.<br />
Ich kann die Bitte der Apostel „Herr, stärke unseren Glauben“ sehr gut verstehen, und ích bete auch regelmäßig so, daß Gott mich stärken möge, daß ich nicht müde werde, ihn zu suchen und zu erkennen. Er allein vermag den Glauben zu schenken durch ein Wort oder ein Zeichen, das mich befähigt, an Wirklichkeiten heranzukommen, die ich nicht sehen kann und die doch existieren.<br />
Jetzt hab ich Dich echt zugepredigt. Typisch Pfarrer, dich können das nicht immer abstellen. Toll finde ich ein Gedicht zum Thema von Andreas Knapp.<br />
„Glauben sie/so wurde ich gefragt/an den lebendigen Gott / und ich antwortete / ich lebe davon / daß Gott an MICH glaubt.<br />
Und was halten Sie / von Jesus Christus / und ich antwortete / ich baue darauf / daß ER MICH hält.<br />
und was denken Sie / vom Heiligen Geist / und ich antwortete / daß er uns beide tief verbindet / mehr als wir uns denken können.“<br />
Liebe Grüße. Und nichts für ungut.</p>
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