
Da die Sonne ziemlich doll war heute morgen hat sich unsere Tochter entschieden mit Sonnenbrille zu frühstücken. Das wollte ich Euch nicht vorenthalten…

Da die Sonne ziemlich doll war heute morgen hat sich unsere Tochter entschieden mit Sonnenbrille zu frühstücken. Das wollte ich Euch nicht vorenthalten…


Gestern war es also soweit: Adrian Plass kommt nach Karlsruhe. Mein Weg zu seinem Hotel in Leonberg war Björn-typisch und verdient einen eigenen Post – nur so viel: Es hilft nichts beim Auswählen eines Carsharing Autos das Häkchen falsch zu setzen.
Adrian und Christian Rendel waren aber super entspannt – auf Umwegen fuhren wir nach Maulbronn (die A8 war spektakulär voll) und besuchten das wunderschöne Kloster dort, tranken eine Tasse Kaffee und liessen die Ruhe und den Frieden des Ortes auf uns wirken. Mit Adrian unterwegs zu sein ist so, als ob man ihn schon immer kennt. Es ist völlig unmöglich sich in seiner Gegenwart aufgeregt oder nervös in irgendeiner Form zu fühlen. Man redet einfach. Über alles. Ehrlich, offen, tief. Vielleicht wie man es erwartet und trotzdem bleibt die Frage – wie schafft er das? Wie kann dieser Mann so leben und jedem das Gefühl vermitteln er gehört zur Familie? Toll war auch, dass Mirja und Emilia zu uns gestossen sind und wie so irgendwie „ganz“ mit ihm reden konnten. Christian ist natürlich auch ein faszinierender Mann mit dem ich mich im Auto angeregt über allerlei Gemeindethemen unterhalten habe.
Nach einem ausgiebigen Erkundungsgang über das Klostergelände und einem Besuch in der riesigen Kirche (mit einer spektakulär HÄßLICHEN Orgel) ging es dann weiter nach Karlsruhe. Hier gab es das übliche Aufbauchaos – in letzter Minuten entschieden wir uns dafür die blecherne kircheneigene Übertragungsanlage nicht zu verwenden und stattdessen mal eben schnell die CVJM Anlage zu holen. Adrian kam mit großen Augen (für ihn eine Seltenheit) auf uns zu und fragte: „Habt ihr nicht irgendwo eine andere Übertragungsanlage“ – wer kann ihm schon etwas abschlagen?
Der Abend selbst war groß. Großartig. Eigenartig. Adrian und Christian haben sich merklich entspannt und hatten selbst viel Spaß. Auch wenn ich Adrians Ausführungen zum Thema „Büstenhalter“ schon kannte war es trotzdem wieder endlustig ihn über die Poesie dieses Wortes sinnieren zu hören. Wir lachten, wir waren gerührt, wir kauften Bücher und aßen Brezeln. Wir stellten Fragen – tiefsinnige, lustige und sonst welche Fragen.
Das Highlight war, dass Mirja auch beim Abend dabei sein konnte, weil gute Freunde Emilia beaufsichtig haben. Wenn ich es recht überlege, war Marc damals ohnehin der Erste Mensch (ausserhalb der Familie), der Emilia auf dem Arm hatte. Passt also. Und dann, nach dem Abend unser langjähriger Traum: Indisch Essen mit Adrian Plass. Spektakulär unfreundlich war der Kellner, großartig war das Essen, angenehm die Gesellschaft. Mirja und ich haben uns prächtig amüsiert und zusammen genossen, gelacht und waren einfach da und wir selbst. Danke für einen tollen Abend! Danke an alle, die mitgeholfen haben. Ein Privileg, eine Lachnummer, ein erster und wunderbarer Gesprächspartner und für mich eine ernste Warnung: Nimm Dich selbst nicht so wichtig! Puh. Zuviel für wenige Worte…
Am kommenden Freitag den 24.04. wird Adrian Plass in der ev. Matthäuskirche in Karlsruhe sein.
Wie mir gerade aus dem Vorverkauf zu Ohren gekommen ist, wird der Platz immer knapper. Wer also noch keine Karte hat, sollte sich beeilen. Den Mann muss man mal gehört haben!!!
Vorverkauf gibt es bei der Buchhandlung Atempause. Die ev. Matthäusgemeinde findet sich hier: Google Maps Link. Mehr Infos gibt es auf der Homepage des CVJM Karlsruhe und auf Adrian Plass deutscher Internetseite. Einlass ist ab 19:00 Uhr – einen Imbiss und Getränke, sowie Bücher von Adrian kann man vor der Veranstaltung und in der Pause erwerben. Und natürlich signiert der Gute auch…
Ich versuche einen kurzen Rückblick über kurze 5 Tage.
Mit wenigen Kindern (ca. 30) und vielen Mitarbeitern starteten wir am Ostermontag in diese Woche. Der Esprit, der einer Gemeinschaft zu eigen ist, die eine gemeinsame Mission vor sich hat ist immer wieder inspirierend und bemerkenswert. Die Mitarbeiter waren so zwischen 15 und 21 Jahren alt. Geleitet wurde die ganze Sache von einem Vierergespann, von denen nur einer über 18 Jahren alt war. Ich habe mich bereit erklärt zu kochen und die 50 mit Mahlzeiten zu versorgen.
Soweit so gut. Tatsächlich. Von intensiver Teamgemeinschaft, inspirierenden Andachten, langen Gebetsgemeinschaften und jeder Menge Spaß war alles dabei. Die Kinder haben in 4 Bibelarbeiten für ihr Alter Botschaften von Jesus gehört, von Abraham, Geschichten in Geschichten. Die Mitarbeiter haben sich selbst verschenkt, Liebe geübt, auch die schwierigen Kinder angenommen und nach Kräften versucht auch in Regeln und Strukturenden Kindern zu dienen.
Für mich war es ein Neuerleben und eine neue Bestätigung davon, das man auf einer Mission, die größer ist als man selbst (hier: Den Kindern Jesus zu bringen in ganzheitlicher Form) zusammen wächst. Schliesst diese Gemeinschaft, diese Communitas, die entsteht andere aus? Grundsätzlich ist eine Freizeit ein abgeschlossenes Ding, aber es hat sich in den letzten Jahren eingebürgert, dass Besuch willkommen ist. Ohne Besuch wäre der Donnerstagabend (ein fetter Galaabend im Stil einer Mittelalterlichen Festlichkeit) gar nicht erst möglich gewesen – Freunde waren zu Hilfe gekommen. Ich glaube echte Gemeinschaft kann nie geschlossen sein, wie die Gemeinschaft der Dreieinigkeit nicht geschlossen ist.
Was hat es so besonders gemacht? Gott in der Mitte, der uns verbindet, die Aufgabe, die vor uns liegt und unser Leben mittendrin. Ein Haustier einer Mitarbeiterin ist gestorben und hat sie traurig gemacht, Gespräche über Beziehungen, was Liebe bedeutet und wie Gott das Leid zulassen kann fordern uns heraus und bringen uns zusammen. Tränen der Übermüdung und Erschöpfung bringen Liebevolles Anteilnehmen und selbstlose Hingabe (Ruh‘ Dich aus, ich übernehme für Dich). 18 Kilogramm Kartoffeln schälen bringt eine lachende Meute von Mitarbeitern in die Küche und beim Wettrennen gegen die Uhr (die brauchen 1 1/2 Stunden, wir müssen fertig werden) ist die Stimmung gut und wir haben es geschafft. Eine Mitarbeiterin muss ihren Großvater beklagen, er starb überraschend. Ihr Entschluss zu bleiben, um auch in ihrer Trauer Teil dieser Gemeinschaft zu sein und Gott mitten dabei zu haben ist genau so überraschend wie er Kompliment und Ehre ist. Trauer zu teilen ist rar, sich verletzlich zu zeigen selten. Konflikte und schwierige Teamtreffen spiegeln uns, dass wir Menschen sind und lernen müssen miteinander Gnade zu üben. Training ist anstrengend. So viel Leben in so kurzer Zeit. Besonders und (Be-)merkenswert. Hingabe, Nachfolge und Anbetung mit Menschen, die von den „Erwachsenen“ so oft nicht ernst genommen werden.
Ehrlich: Die Kosten waren hoch: mehr als 5 Stunden Schlaf gab es nicht, meine Familie hat mir gefehlt (eines Abends so stark, dass ich nach einem Telefonat auch ein wenig geweint habe auf meine Art), ich habe mit Gurgeln, Gebet und Grippostad eine weitere Krankheit auf Abstand gehalten (mal sehen, ob sie mich noch erwischt), aber es hat sich gelohnt. Ein Hoch auf unseren Gott, der im Mittelpunkt stand und steht. Ein Hoch auf die Mitarbeiter! Ein Hoch auf die Gäste und Freunde! Und auf die Familie.
Walter Färber (Tiefebene) hat einen Teil der Forgotten Ways von Alan Hirsch für seine Gemeinschaft übersetzt und auf seinem Blog zugänglich gemacht! Danke für das Geschenk – das Internet und vor allem Blogs sollte Plätze von Geschenken sein – man schenkt seine eigene Geschichte her. Ich zitiere ihn hier in voller Länge:
„Die Geschichte Abrahams, die Kameradschaft von Sportmannschaften, die Kriegskameradschaft von alten Soldaten, die Gemeinschaft des Ringes in J.R.R.Tolkiens “Herr der Ringe†und die verrückten Kaninchen im “Watership Downâ€-Film, all diese unterschiedlichen Geschichten zeigen uns, wie wichtig die Reise selbst ist. Denn Reife und Selbstverwirklichung kommen nicht ohne Bewegung und Risiko, und Abenteuer sind in der Tat gut für die Seele. All diese Geschichten zeigen uns, dass tiefe Gemeinschaft und Liebe da zu finden sind, wo wir uns zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise aufmachen, wo wir gemeinsam Gefahren ins Gesicht sehen und uns dabei zusammenfinden müssen, um zu überleben. All das finden wir auch wieder in der Art, wie Jesus seine Jünger prägte: gemeinsam begannen sie eine Reise, die sie wegführte von ihrem Zuhause, ihrer Familie und ihren (sozialen oder religiösen) Sicherheiten. Sie brachen auf in ein Abenteuer, zu dem Grenzerfahrungen (Liminalität), Risiko, Lernen durch Praxis, verschworene Gemeinschaft (Kommunitas) und geistliche Entdeckungen gehörten. Unterwegs verloren sie ihre Angst vor Unzulänglichkeit und Mangel oder Vorsorge, und an deren Stelle trat eine beherzte Zuversicht, die die Welt für immer verändern sollte.
Was starke Jesusbewegungen so dynamisch macht, ist die Tatsache, dass sie tatsächlich Bewegung mit sich bringen. Und dabei geht es nicht um die Organisationsstruktur, sondern um echte Dynamik. Das heißt nun nicht, dass buchstäblich jeder Christ Haus und Familie verlassen muss, um Jesus nachzufolgen. Aber der grundlegende geistliche Akt, alles im Namen Jesu aufzugeben, lag jeglicher späteren Nachfolge zu Grunde. In diesem Sinn hatten sie bei ihrem Christwerden eine grundlegende Entscheidung getroffen, sich auf die Grenzerfahrung des Verlusts von Sicherheit und Bequemlichkeit einzulassen und mussten sie nicht nachträglich noch einkalkulieren. So blieben sie ein bewegliches Volk, das sich, abhängig vom Kontext, ständig neu anpassen und weiterentwickeln konnte. Das ging so lange, bis Konstantin uns mit Kirchengebäuden, einer Organisation und einem Bündnis zwischen Staat und Kirche beschenkte, wodurch der apostolische Genius für sehr lange Zeit in tiefen Schlaf fiel.
Wir müssen uns von neuem auf den Weg machen. Wir sind die Menschen des Weges, und unser Pfad liegt vor uns. Er lädt uns ein in eine neue Zukunft, in der wir endlich wieder gestalten und mitmachen dürfen. Wir versuchen, die Natur authentischer christlicher Gemeinschaft von neuem sichtbar zu machen: nämlich eine Kommunitas, die um ihre Mission herum gebaut ist und in Angriff genommen wird von einer Gruppe fehlbarer, aber mutiger Gefährten. Wir tun das, indem wir die mythische Symbolik aus den großen Geschichten aufrufen und in Erinnerung rufen, wie Jesus und die frühe Kirche sich daran machten, die Botschaft zu verbreiten. So erwecken wir von neuem die Sehnsucht und den Willen, eine abenteuerliche Reise zu unternehmen, um die uralte Kraft des apostolischen Genius wiederzuentdecken.“
Ich habe mich in dieser Woche mit Freunden unterhalten und empfinde diese Worte von Alan, die jetzt hier auf Deutsch vorliegen als eine Art Zusammenfassung unseres Gesprächs. Danke Walter!
Marlin Watling hat auf seinem Blog einen guten Beitrag zur aktuellen Diskussion „Was ist missional church“ – was noch besser als der Beitrag ist, ist der Dialog, die Diskussion von einigen Leuten zu dem Thema. Ich habe ebenfalls einen Beitrag verfasst und gebe ihn unten wieder, weil mich evtl. Antworten interessieren. Und ich sicher gehen möchte, dass ich Reaktionen und Antworten auf die unten gestellten Fragen auch mitbekomme. Meinen Kommentar versteht man selbstredend am Besten, wenn man die Diskussion nachvollzogen hat, die vier Punkte kann man aber auch ohne verstehen, denke ich. Wie würdest Du, der Du diesem Thema in Deinem Leben und Deinem Kopf Ausdruck gibst machst, die Fragen beantworten? Vielleicht sogar mit praktischen Beispiele versehen?
Hier mein Kommentar:
Hallo Leute,
habe mir lange überlegt, ob ich einen Kommentar schreibe – ich versuche es einmal.
Ich bin mir nicht so sicher und daraus resultieren für mich einige Fragen, die ich einfach mal in die Runde werfe:
1. Kennt jemand einen neutestamentlichen Auftrag zum Feiern von Gottesdiensten? Gibt es wirklich eine Stelle in der steht: Trefft Euch regelmäßig mit allen, um eine Veranstaltung abzuhalten? Nicht, dass es unbedingt eine biblische Legitimation für eine kontextuelle Anpassung geben müsste. Dennoch wäre eine Studie hierzu mal interessant, weil sie evtl. eine Gewichtung aufzeigt. Tradition und Rituale, wie Simon sie vorschlägt sind hier wenig hilfreich, denn sie zeigen vergangene Kontextualiserungen, was auch hilfreich ist, aber eben noch begrenzter. Meine erste Frage also: Welche Gewichtung finden wir in der Bibel, vor allem im Neuen Testament in Bezug auf Gottesdienste?
2. Ist missional das neue Buzzwort? Ich lese immer weniger über „Emerging Church“ und immer mehr über „missional“, was ich zunächst mal positiv finde. Dennoch wird eine schärfere Definition des Wortes sinnvoll. Das Beispiel wäre, dass eine missionale Gemeinde in einem Kontext, der in Programmen funktioniert auf jeden Fall Programme entwickeln wird, sonst läuft sie an ihrem Kontext vorbei. Missional vs. Programm ist daher keine Frage und eins nicht allgemeingültig das Adjektiv des anderen, sondern vielmehr kann Programm Ausdruck der Missionalität sein, abhängig vom Kontext – hier kommen wir nicht um die inkarntorische Frage herum. Missional inkarniert in eine kontextuell bestimmte Form. Wie auch immer diese aussehen mag. Hier urteilen wir viel zu schnell über „missional“ oder „nicht missional“ anhand von Formen. Erst wenn wir in der Umwelt leben und von innen her beurteilen können, ob eine Form „passt“ oder „kommuniziert“ oder nicht, sind wir in der Lage die „Missionale Frage“ zu beantworten. Meine zweite Frage ist also:
Wissen wir wirklich, was „missional“ ist oder haben wir hier Nachholbedarf?
3. „You must unlearn, what you have learned“ (Yoda, Star Wars Teil V) Seien wir ehrlich: Wir haben eine christliche Kultur erlernt, ererbt, eine reiche Kultur, eine zugrunde liegende „Systems Story“ (Lesenswert dazu: A Crash Course in Chaos von Alan Hirsch: http://leiterschaft.de/emergentes/2007/03/16/crash-kurs-chaos/)
Der Prozess des „Verlernens“ muss am Anfang stehen, denn sonst haben wir ein Paradigma im Kopf, genau wie unsere ganze Gemeinschaft. Natürlich werden Leute rebellieren, wenn man ihnen den „Gottesdienst“ wegnimmt. Das hat etwas mit „Heimat“ „Kultur“ und „Erziehung“ zu tun. Hier muss man viel „verlernen“, um etwas neuem Platz zu machen, wenn es denn der missionale Weg ist. (Auch hier wieder: Wie ist der Kontext?) Ich glaube, dass es für viele ein Weg sein kann und vermutlich muss neue Kontexte aufzusuchen. Dazu muss man viel verlernen, sonst nimmt man seine „Heimat“ immer mit. Und das führt dazu, dass man nicht richtig heimisch wird. Jeder, der eine komplizierte, fremde Sprache gelernt hat, weiß von was ich rede. Wenn man sich nicht auf die Denkweise der Fremden Kultur einlässt, wird man sprachlich an seine Grenzen kommen. Und man reflektiert in der Fremde deutlicher über seine eigene Kultur.
Meine dritte Frage ist also: Wie können wir einen sinnvollen Prozess des „Verlernens“ anstossen und begleiten, damit wir neuen Wein in neue Schläuche füllen können? Und das muss Teil einer jeden Gemeinde sein, die Luthers „Ecclesia reformata et semper reformanda“ ernst nimmt.
4. Wie konkret darf das bei uns werden? Bei mir? Ist uns bewusst, dass Nachfolge nicht nur unser ganzes Leben umfasst, sondern auch kostet? Jesu Ruf in die Nachfolge (Lk. 9: http://www.bibleserver.com/act.php?text_ref=42009023) verlangt Selbstverleugnung. Nicht mehr ich, sondern er. Das fordert uns nicht nur praktisch heraus, sondern auch geistlich müssen wir von der Couch der Wohlfühltheologien aufstehen und praktisch werden. Das bringt uns (mich persönlich) an unsere Grenzen und über diese hinaus. Ich habe Achtung vor den Menschen, die sich mit ihrem ganzen Leben einsetzen, um sich auf diesen gefährlichsten aller Wege zu begeben: Denn das sichere ist, dass wir uns selbst verlieren werden in der Nachfolge. Das Sichere ist das Kreuz, das Sichere ist unser Leben zu verlieren. Das hat Jesus offen und klar gesagt. Das erfordert Demut (da steckt Mut drin) und eine Haltung, die immer lernen will und immer praktisch umsetzt. Meine letzte Frage ist: Wie lebst Du im Moment? Wie wird das was Du sagst praktisch, greifbar, fühlbar? Wie gewinnt Gott Gestalt in Deinem Leben und in dem Deiner Gemeinschaft?
Ich hoffe dieser Beitrag hilft ein wenig weiter – ein Vorschlag an alle Leser: Nehmt doch mal diese 4 Fragen auf und beantwortet sie auf Eurem Blog. Ich bin sehr an den Antworten interessiert und werde diesen Kommentar und einen Link auf den Post von Marlin auf meinen Blog stellen. Verlinkt das und ich lese das gern und versuche es aufzunehmen. Ich würde mich freuen, wenn wir konkret werden und in Deutschland viele veränderte Gemeinschaften entstehen, die sich gefährliche Fragen stellen. Und unsere kleine, deutsche Welt verändern. Gemeinschaft für Gemeinschaft, Kultur für Kultur, Nachbarschaft für Nachbarschaft.

„Faith is a state of constant transformation, permanent impermanence, lifelong change.“
Ein Tweet von Leonard Sweet, der mich gestern beeindruckt hat.
„Glaube ist der Zustand ständiger Transformation, Beständiger Unbeständigkeit, lebenslanger Veränderung.“ (Quelle)
Echtes Gebet, das von Herzen kommt, hat immer echte Arbeit zur Folge. Und am Ende wird die Arbeit selbst zum Gebet.
Ich finde dieses Zitat wunderbar. Gestern haben wir und als Tafelrunde getroffen (das Wohnungsleitungsteam) und ich habe zu Beginn ein Gebet gesprochen, danach haben wir gearbeitet. Hitzig waren die Entscheidungen, kontrovers die Abstimmungen und häufig mussten wir neu aufeinander hören und uns auf die Andersartigkeit und damit die anderen Meinung des Gegenübers einlassen. Arbeit wurde zum Gebet? So ist meine Hoffnung – Entscheidungen wurden getroffen, wie die Wohnung denn jetzt aussehen wird, die wir umbauen um 1. Obergeschoss.
Zu anderen Themen sind wir nicht gekommen, leider. So viel dringendes steht noch an, dass dringend die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Begabungen braucht. Dringend die Weisheit und Leitungskraft benötigt, die in einem Team von gleichen und doch völlig unterschiedlich begabten Menschen von sechzehn bis 33 Jahren frei wird. Ich habe mich selten so herausgefordert, so gebraucht, so überflüssig und so wohl gefühlt wie als Teil dieser kleinen Communitas.
Das Zitat – das stammt von Ghandi aus seinem Buch „Der Atem der Seele. Über Gottesliebe und Gebet“ (S. 80), das wir gerade erlesen. Es könnte treffender kaum sein, wie ich finde. Arbeitest Du noch oder betest Du schon?
David hat mich erwischt. Dich auch?
Hurra, Fortschritt
Noch schnell mit dem Finger den Bildschirm berührt,
der hell Triviales zu Wichtigem kürt.
In Sekundenbruchteilen von mir in die Welt,
die nun Seelenbruchteile der User enthält.
Erreichbar? Und immer? Und alles berichten?
Sich zum Sichten eines jeden Verrichtens verpflichten?
Die neue Freiheit: Zermürbender Zugzwang?
Ausnahmslos ähnlicher einsamer Einklang?
Übermäßig medial mit Massen vernetzt,
gebrochen, verletzt ins Netz gehetzt,
um Eins-Null-Männchen mit Photoshop-Fratzen
mitzählend an der Oberfläche zu kratzen.(Copyright: David Westenfelder, Undichtbar )
Danke für diesen netten Tritt in den Allerwertesten.
Wann hast Du das letzte Mal einen gefährlichen Traum gehabt? Ich rede nicht von einem Alptraum aus dem Du gern aufwachen würdest, sondern von einem Traum, der Dein Leben, Deinen Besitz und Deine Komfortzone in Gefahr bringt.
Ich hatte das Vorrecht gestern mit einer Person sprechen zu dürfen, die einen solchen Traum im Herzen trägt. Weg von bestehenden Mustern an einem Platz, den Gott zeigt missionale Gemeinde zu bauen. Ich war mehr bewegt auch im Nachhinein als ich mir selbst zugestehen wollte. Gefährliche Träume.
Ich frage mich manchmal ob wir durch unser Leben andere inspirieren gefährlich zu träumen. Wir, die wir gesetzt sind und unser Leben langsam auf die Reihe bekommen – der letzt Rest Chaos verschwindet im Kalender und der ToDo Liste, der letzte Rest Wagemut beim Gang zum Kontoauszugsdrucker. Wir können doch nicht – oder?
„Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?“ ist eine Frage aus dem Buch „Ever Wonder“ (das ich jedem nur empfehlen kann!) Unterschätzen wir unsere Identität manchmal? Achten wir den Auftrag Gottes für gering oder sind wir schlicht überwältigt von dem Konsumerist Dream, dem westlichen Komfort und Behaglichkeitsdenken? Wie lange kann man Berufung wegen Beruf zurück stellen (wenn nicht beides zusammen fällt) – kurz: Erlaubst Du Dir gefährlich zu träumen?
Ich muss mich immer wieder ermahnen. In meiner Gemeinde/Gemeinschaft/Bewegung hier beim CVJM gibt es wenige gefährliche Träumer, die meisten davon sind unter oder um die zwanzig Jahre alt. Ich muss mich von ihnen immer wieder aus meinem Sessel befördern lassen und von ihrer Begeisterung anstecken. Neu gründen, neue Wege gehen, missional Leben, in Gottes Mission einsteigen.
Ich weiß, dass viele von Euch schon gefährlich Träumen oder kommt es mir nur so vor – ich glaube, dass gefährliche Träume nötiger sind in einer Krisen und Sicherheitsbedachten Zeit, wie wir sie im Moment erleben. Ich will wieder gefährlicher Träumen. Träumst Du mit? Wirst Du Deinem Traum ein Zuhause geben?
Eigentlich ist er schon einige Tage erhältlich, aber ich komme erst jetzt dazu etwas zu schreiben. Zwischendrin war ich bei einem der Highlights dieses Jahres: Der Konferenz mit Michael Frost in Aarau, Schweiz.
Den anderen Autor des Buches kennen zu lernen war eine echte Bereicherung – er ist nett, herausfordernd, lustig und einfach nur das was er predigt.
Wenn ihr das Buch bestellen wollt – unterstützt Novavox, in dem ihr es über die Webseite bestellt – es ist genauso portofrei wie Amazon und vielleicht noch schneller bei Euch…
Interessiert Euch was Michael Frost gesagt hat, dann könnt ihr seine Referate anhören (wie immer hervorragend übersetzt von Peter Aschoff) unten:
Und die Folien seiner Präsentationen gibt es hier zum Download.
Ich denke über Scheidung nach. Nein nicht persönlich, sondern einfach über die Auswirkungen und die Fragen, die damit verbunden sind.
Im Moment gibt es eine Werbung von der Allianz Versicherung:
Jede Narbe hat eine Geschichte – wir sorgen für das Happy End
. Hinter jeder Scheidung steckt ebenfalls eine Geschichte. Die Frage ist nur: Wer sorgt für ein Happy End? Ich habe in letzter Zeit wieder stärker mit Menschen zu tun, die eine Scheidung durchgemacht haben oder als Kinder in einer Scheidung dringesteckt haben/drinstecken. Ich habe Angst davor, dass die Beziehungsfähigkeit der Kinder wie der Erwachsenen leidet. Angst vor der Trennung, Angst davor, dass alles vorbei sein könnte und vermutlich sogar sein wird macht Beziehungen zur Vorhölle. Bedingungslose Liebe und Vertrauen sind die Heilmittel für diese Narben. Und eine Gemeinschaft, die Mut macht und unterstützt, soweit ich das sagen kann. Vielleicht hoffe ich es auch nur, denn ich wäre gern Teil einer Gemeinschaft voller Hoffnung und bedingungsloser Liebe für Menschen, die unter einer Scheidung leiden. Mir ist übrigens auch bewusst, dass es auch Menschen gibt, für die eine Scheidung eine Erlösung darstellt. Oder auch Kinder, die berichten, dass ihnen die Scheidung ihrer Eltern nichts ausgemacht hat. Die Geschichten, die ich persönlich kenne sehen anders aus.
Ich fand dieses Bild von ASBO Jesus sehr bewegend zu dem Thema:
(wenn unsere Ehe zerbrochen ist, wenn ich hier bin und du dort drüben.
Und wenn wir beide nur noch an unserem Glauben an Gott festhalten,
auch wenn wir den Glauben aneinander verloren haben,
stellt sich Gott dann auf die eine oder andere Seite oder
ist er auch einfach zerbrochen)