Archive for Januar, 2009

Hygiene

“Ich finde den Grad zwischen Lästern und psychischer Hygiene ziemlich schmal” Hihi

Der wilde Messias – ReJesus

Es ist doch ungewöhnlich, wenn ich so lange nichts auf meinem Blog von mir hören lasse. Ich nutze eine kurze Pause und ein freies WLAN in Dassel, im CVJM Haus Söling um mal was zu schreiben…

9783937896755-1Jaaaah. Also am Mittwoch haben wir das Manuskript für “Der Wilde Messias” (die Deutsche Version von “ReJesus: A Wild Messiah for a Missional Church” (Michael Frost, Alan Hirsch) abgegeben, das hat uns ziemlich doll beschäftigt bis dahin. Das Buch soll am 20.März erscheinen und damit ist der Zeitplan superknapp. Entsprechend hoch war der Druck auf uns eine gute Arbeit in wenig Zeit zu realisieren. Puh. Müde. Aber glücklich – wir haben viel gelernt, hinterfragt und haben profitiert. Trotzdem wären zwei Wochen mehr besser gewesen, am besten vier Wochen mehr…

Auf jeden Fall empfehle ich Euch das Buch sehr! Wenn Du “Die Zukunft gestalten: Innovation und Evangelisation in der Kirche des 21. Jahrhunderts” (Michael Frost, Alan Hirsch) gelesen hast ist es keine Frage – einfach kaufen. Aber auch wenn Du Dich einfach mit der Frage beschäftigst, wie Deine Kirche verändert werden kann ist es wirklich ein gutes Buch, weil es uns zu der Frage zurück bringt wer Jesus eigentlich ist. Michael Frost und Alan Hirsch provozieren und bringen komplexe Vorgänge auf einfache Punkte – das hilft zur Umsetzung. Und lässt viel Platz um selbst von dort aus seiner persönlichen komplexen Lebenswelt zu begegnen.

Aber was rede ich viel – schaut es Euch an, wenn es draussen ist.

Kierkegaard

Wieder ein Philosoph mit dem ich mich zu wenig beschäftigt habe, aber hier mal ein sehr eindrückliches Zitat:

“Die Christenheit hat, ohne es recht selber zu merken, das Christentum abgeschafft; daraus ergibt sich, daß, wenn etwas geschehen soll, versucht werden muß, das Christentum wieder in die Christenheit einzuführen.” – Die Leidenschaft des Religiösen, Reclam Verlag, Ditzingen, 1968, S. 68
Die Frage ist nur: Welches Christentum? Spannend, oder?

Briefe aus dem Exil Teil 5: Abschluß und Aufbruch

Jetzt war unser Leben für 3 1/2 Wochen an einem anderen Platz. Zwischendrin war Emilia krank, es waren Feiertage, wir hatten Besuch und es gab unzählige kleine und große Konversationen. Der Löwenanteil der Zeit war natürlich bei der Übersetzung investiert – das war der Grund, warum unser Besuch hier so lange war.

21OB3ZG3JvL._SL160_.jpgEin paar Seiten muss ich noch und heute muss noch ein Kapitel fertig werden, damit die nächste Woche relativ entspannt ablaufen kann – mal sehen wie das so werden wird. Auf jeden Fall sind wir ab morgen Abend, so Gott will, wieder in Karlsruhe. Zuhause. Zuhause? Da wir ja überall nur auf der Durchreise sind ist die Frage, was unser Zuhause ist neu zu stellen. Vielleicht ändert sich meine Meinung etwas, wenn ich dieses Buch gelesen habe: “Surprised by Hope: Rethinking Heaven, the Resurrection, and the Mission of the Church” (The Rt Rev N. T. Wright) welches doch für einige Bewegung gesorgt hat – Mr. TallSkinnyKiwi platziert es gar unter die wichtigsten drei Bücher des Jahres 2008, Dosi, bei dem sich immer feine Buchempfehlungen finden lassen, hat sich etwas länger über dieses Buch ausgelassen und lieb lange und treffend zitiert. Wie auch immer – ich will nicht sagen, dass Arbeitsjahr 2009 fängt an, denn ich kann mir nicht vorstellen mehr oder weniger zu arbeiten (ich frage mich immer noch was “Arbeit” ist, denn ich lebe mein Leben mit all den liebsamen und unliebsamen Aufgaben beim CVJM, in der Familie usw.), sondern verlagere den Arbeitsschwerpunkt einfach wieder. Vom Schreibtisch in Bienenbüttel nach Karlsruhe, N5, Waldheim und überall sonst, wo ich so unterwegs bin…

Emilia hat die Zeit hier sehr genossen glaube ich. Der Ofen, den sie täglich mit Opa zusammen befeuern durfte, die intensiven Spiele und auch das große Maß an Aufmerksamkeit der Großeltern fand sie gut. Mal sehen wie sie sich dann wieder in der Alltagssituation in Karlsruhe so schlägt…wenn Du uns schon lange mal besuchen wolltest – wir freuen uns, wenn du vorbei kommst. Und psst: Im Februar wird Mirja 30!!! Aufbruch also! Und der richtig.

Bücher

Ich liebe Geek and Poke:

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(Quelle: Geek and Poke, Lizenz beachten)

Ein Zitat aus der Übersetzung von heute

“[Unsere Begegnung mit Gott] wirft uns mitten hinein in eine intensive Teilnahme an der Geschichte. Jede Situation birgt ungeahnte Möglichkeiten in sich; jeder Moment ist voller Sprengkraft, weil eine unendlich große Kraft anwesend ist. Wenn Gott [...] erscheint, dann kann der Widerhall dieses Erscheinens in der ganzen menschlichen Existenz nie wieder zum Schweigen gebracht werden. Er ist kein Problem, dass man lösen kann; er schafft Probleme durch seine Gegenwart, seine Drohungen, seine beharrlichen Forderungen und seinem unwiderstehlichem Vorhaben. Es geht gar nicht mehr darum ihm Fragen zu stellen, sondern vielmehr um seine Fragen an uns.” aus “Eyes of Faith: A Study in the Biblical Point of View” (Paul Sevier Minear) übersetzt von Björn Wagner

Briefe aus dem Exil Teil 4: Erfolg und Mißerfolg

Montag war ein Hammertag, weil ich ca. 16 Seiten in dem Buch geschafft habe, gefolgt von einem Dienstag, ab den es nur knapp die Hälfte waren. Erfolg und Misserfolg liegen doch näher zusammen, als man denkt, oder? Gestern war ich dadurch schlecht gelaunt und wortkarg. Wie sehr man sich doch an Erfolg oder Misserfolg orientiert…Wir verlassen bald das Exil hier in Bienenbüttel, dass für diese Zeit genau richtig war und ist, aber nach 3 Wochen merkt man deutlich, dass es ein Exil ist und nicht unser Zuhause, unser Leben. Nicht falsch verstehen: Es sind wunderbare Umstände, Schnee, Kamin, gefüllte Speisekammer, aber es gleicht doch mehr einem Familienhotel als einem Zuhause.

Vielleicht dazu noch eine kleine Geschichte aus einem Buch, dass wir zu Weihnachten geschenkt bekommen haben. Ich schreibe sie aus dem Gedächtnis auf:

“Ein Mann war unterwegs und als er eines Nachts kein Hotel finden konnte, klopfte er an die Tür eines nahe gelegenen Klosters. ‘Gern dürfen sie heute Nacht hier bleiben’, sagte der Mönch an der Tür. ‘Wir machen ein Zimmer für sie frei.’ Der Mann folgte dem Mönch in ein kleines, karges Zimmerchen, darin befanden sich ein Bett und eine Bank zum Knien. ‘Haben sie denn keinen Schrank für ihre Sachen?’ erkundigte er sich bei dem Mönch. Der Mönch wiegte seinen Kopf mit einem verschmitzten Lächeln und sagte zu dem Mann: ‘Und sie, sie haben doch auch keine Möbel mitgebracht!’ Mit einem fassungslosen Blick auf das kleine Köfferchen in seiner Hand antwortete der Mann: ‘Aber ich bin doch nur auf der Durchreise…’. ‘Eben, antwortete der Mönch, ‘ich auch!’”

Spiesser: Die Toten Hosen geben Religionsunterricht

Diesen Artikel von Campino und Co kann ich euch nicht vorenthalten, vor allem weil er auch online verfügbar (und auch druckbar) ist. In der letzten Ausgabe der “Spiesser” einer Jugendzeitschrift mit einer Auflage von immerhin über 1.000.000 – gibt es kostenlos, z.B. in Kinos. Die macht immer eine Aktion, wo sie Stars als Vertretungslehrer in eine Klasse schickt. Und: Die Toten Hosen übernahmen eine Religionsstunde und haben ihre Sache ziemlich gut gemacht, wie ich finde. Es war eine 8. Klasse.

Campino:

“Ich habe mich sehr gefreut auf diese Stunde. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich schon mit Religion. Mein Vater was Presbyter in der Kirche und ich saß sonntags immer hinten auf der Holzbank und wollte einfach nur, dass es vorüber geht. Trotzdem hat mich das Thema nie losgelassen. Immer wieder in meinem Leben habe ich mich mit Glauben beschäftigt. Die Auseinandersetzung damit sollte meiner Meinung nach niemals enden. Man kann zum Beispiel nicht einfach sagen: ‘Ich bin Katholik’ und das dann zeitlebens nie wieder ernsthaft hinterfragen. Außerdem ist es nie zu spät ein- oder auszusteigen in die Religionsdiskussion. Die Option, Glaube als Kraftquelle zu nutzen – da würde ich jedem raten, nicht so schnell die Tür davor zuzumachen.”

Campino fragt diejenigen in der Klasse, die sich zu den “nicht-glaubenden” zählen, warum das bei ihnen so ist. Mark antwortet:

“Ich glaube nicht an Gott, weil ich ihn mir einfach nicht vorstellen kann. Jesus schon eher, aber Gott…”

Was sehr fein einen Punkt des Buchs, das ich gerade übersetze unterstreicht – die Leute sind mehr an Jesus interessiert als wir denken und in Jesus wird Gott greifbar. Die Frage ist natürlich nur: Wie sieht Dein Jesus aus? Das Interview ist kurz, aber interessant…von den Toten Hosen erwartet man ja nicht unbedingt eine solche Meinung – früher klang das anders “Ich will nicht ins Paradies” – aber auch das zeigt wieder mal, dass mehr gegen die institutionalisierte Kirche gewettert wird, als gegen Gott und Glaube…wann lernen wir es eigentlich? (Und wer ist “wir”?) ;-)

Hier geht es zum Online Heft, Ausgabe Nr. 121, November 2008

Emilia im Schnee

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Kritik

Aus “Bratwurst mit Senf und Seelenheil – Mein ultimatives Wörterbuch des wahren Glaubens” (Adrian Plass): (ein selten dämlicher Titel, oder?)

Kritik: etwas wovon jeder sagt, dass er es begrüßt und braucht, das aber neunundneunzig Prozent von uns in Wirklichkeit zutiefst hassen. Konstruktive Kritik ist besonders unbeliebt, weil wir uns, nachdem wir sie empfangen haben, wahrscheinlich lästigerweise verpflichtet fühlen, etwas dagegen zu unternehmen.”


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