Ein transformatorisches Gebet

Eben als Abschluss des Unterrichts:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Franz von Assisi (1226)

Warum Deutschland NICHT Fußballweltmeister werden sollte…

Dieser Titel wird mir bestimmt keine Popularität einbringen, schon gar nicht nach dem 4:0 gegen Australien. Um es vorweg zu schicken: Ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft ein schönes, spannendes Turnier spielt und viele Spiele gewinnt! Was mich aber zu dem Gedanken bringt, dass es nicht gut wäre, wenn wir Weltmeister würden ist de schlichte Tatsache, dass ich es einer afrikanischen Mannschaft mehr wünschen würde. Dabei spreche ich als Fußballlaie – ich weiß gar nicht ob Ghana oder Südafrika oder eine der anderen afrikanischen Mannschaften wirklich Weltklasse sind. Von daher ist das hier auch keine Prognose, sondern vielmehr der Wunsch, dass Afrika als Kontinent gewinnt.

Natürlich gibt es jedem Land Auftrieb in schwierigen Zeiten, wenn man diesen speziellen Titel holt, aber stellt Euch einen afrikanischen Fußballweltmeister vor. Ich glaube es würde mehr sein als nur Sport, sondern vielleicht so etwas wie das sichtbare Zeichen, dass Afrika mit dabei sein kann, mitspielen kann in dieser immer komplexeren und immer schwieriger zu navigierenden Welt. Der Kontinent, der nach wie vor am Ende aller Entwicklungen steht, der vielleicht mit manchen asiatischen Ländern gemeinsam am meisten unter der Kolonialisierung und der Ausbeutung der westlichen Welt gelitten hat, könnte einen Schritt auf ein neues Lebensgefühl zugehen. Für Deutschland war es ein Sommermärchen, aber für Afrika wäre es vielleicht ein globaler neuer Anfang.

Und dafür würde ich jubeln, schreien und springen – auch wenn es bedeutet, dass unsere hervorragend spielenden Jungs dabei verlieren würden. Das gilt auch für Spanien, Brasilien und die anderen „Favoriten“. Afrika soweit ich es verstehe braucht einen sichtbaren Erfolg mehr als Deutschland den vierten Stern.

Was denkst Du?

Lena und Löw, Merkel und Köhler…

Als ich gestern so ein wenig über Köhlers Rücktritt nachgedacht habe und die Krise der derzeitigen Regierung konnte ich mich des Gedankens nicht erwehren, dass Lena und Löw derzeitig wichtiger für unser Land sind als irgendwer aus der Regierung. Es ist zwar eine altbekannte Wahrheit, aber ich stelle immer wieder die Richtigkeit dieser Wahrheit fest: die Popkultur ist unsere Leitkultur geworden.

Wer schenkt denn einer Regierung noch Vertrauen, deren gelber Teil offen vor der Wahl gelogen hat (WER hat denn wirklich „Mehr Netto“ angesichts der Weltfinanzlage erwartet?) und deren schwarzer Teil seltsam farblos daherkommt? Das war bei den anderen Farben ja auch nicht anders, falls jemand eine Parteidiskussion sucht…

Woher also nehmen was fehlt – ich zögere das abgedroschene „Werte“ zu sagen, vielmehr scheint es mir um Identität zu gehen. Womit kann ich mich identifizieren, wenn nicht mit den „Leistungen“ der Popkultur? „Lena, Du bist Deutschland“ schafft es über Nacht einem Land etwas zu geben, wo nach es hungert: Selbstwert. Ich behaupte, dass wir vor allem die Einzelhelden suchen. Alles dreht sich um Löw, das aber nicht Löw spielen wird, sondern 11 Spieler auf dem Rasen sind vergessen wir, mehr noch, ich denke, dass ein Fußballteam auf dem Rasen ist und der Einzelne (auch ein Ballack) vielleicht weniger wichtig ist, als man denkt.

Was für ein Fazit ziehen? Um jetzt nicht mit einer wie auch immer gearteten frommen Keule zu kommen, stelle ich einfach fest, dass wir Helden suchen, um Sinn zu bekommen. Selbstlosigkeit und Hingabe funktionieren auf der großen Leinwand nach wie vor wunderbar. Die Lenamanie und der sorgenvolle Löw sagen letztlich mehr über uns als Deutschland und uns als Teil von Deutschland aus als uns vielleicht lieb ist. Die Antwort auf die Frage wie wir das ändern können bleibe ich für heute schuldig. Diese Antwort braucht auch meiner Meinung nach mehr Realität als Buchstaben in der Virtualität. Eine Antwort muss aus dem Leben einer Gemeinschaft ablesbar sein – aber vielleicht hast Du eine?

Erwachsen werden…

Vermeindlich erwachsen zu werden ist eine gefährliche und eigentlich recht dumme Sache. Man verliert das Kindliche zu schnell und tauscht es gegen etwas ein, das nicht Erwachsen ist, sondern eigentlich kindischer und dümmer als ein Kind zu sein. Diese kurze Szene aus dem letzten Narnia Buch zeigt es recht deutlich – Susan Pevensie ist beim Ende der Narnia Chroniken nicht mehr dabei:

„Sir“ said Tirian, when he had greeted all these. „If I have read the chronicle aright, there should be another. Has not your Majesty two sisters? Where is Queen Susan?“

„My sister Susan,“ answered Peter shortly and gravely, „is no longer a friend of Narnia.“

„Yes,“ said Eustace, „and whenever you’ve tried to get her to come and talk about Narnia or do anything about Narnia, she says, ‚What wonderful memories you have! Fancy your still thinking about all those funny games we used to play when we were children.'“

„Oh, Susan!“ said Jill. „She’s interested in nothing nowadays except nylons and lipstick and invitations. She always was a jolly sight too keen on being grown-up.“

„Grown-up, indeed,“ said the Lady Polly. „I wish she would grow up. She wasted all her school time wanting to be the age she is now, and she’ll waste all the rest of her life trying to stay that age. Her whole idea is to race on to the silliest time of one’s life as quick as she can and then stop there as long as she can.“ (The Last Battle)

Wenn ich darüber nachdenke, wie viele der Jugendlichen, die in den letzten Jahren in meinem Umfeld größer geworden sind und bald „erwachsen“ sein werden, dann komme ich nicht umhin darüber nachzudenken, ob sie über ihre Zeit beim CVJM und ihr Leben mit Gott auch sagen werden: „Wer hätte gedacht, dass ihr Euch so gern an diese wundervollen Spiele erinnert, die wir als Kinder gespielt haben.“

Die Fakten aus Studien belegen, dass diejenigen, die als Jugendliche in einer christlichen Gemeinschaft waren und als 20+ wegziehen selten den Weg in eine christliche Gemeinschaft finden. In Neuseeland spricht man davon, dass mehr als 90% der Jugendlichen, die zum Studieren ihren Heimatort verlassen damit auch gleichzeitig ihre Gemeinde verlassen und keinen neuen Anschluss suchen. Natürlich meint das nicht, dass sie Gott verlassen, dennoch ist das „vermeintliche“ Erwachsen werden keine erstrebenswerte Sache. Erstrebenswert ist, seinen Platz zu finden. Den Platz, den man in Gottes Plan für die Welt einnehmen soll. Das ist zugleich mehr und weniger Spiel – mehr weil nichts schöner und lustiger ist als dort zu sein, wo man sein soll und weniger, weil es um etwas geht. Wie steht es mit Dir? Erwachsen geworden? Und wenn ja – wie? 😉

weniger einsam…

Ich wär gerne weit weit weg, alleine unterwegs. nur um zu merken, dass man manchmal alleine weniger einsam ist als unter vielen menschen. Gefunden am Dienstag, 23. Juni 2009 in meinem sozialen Netzwerk

Kennst Du eigentlich die Namen von den Menschen, mit denen Du Tag für Tag unterwegs bist? Und mit ihrem Namen auch ihre Geschichte? Wie ernst nimmst Du die Frage: „Wie geht’s?“.

Ich habe letztens mit jemand zusammen gesessen, deren Eltern sich gerade getrennt haben. „Wie geht es Dir denn damit?“ habe ich sie gefragt – „oder geht es Dir schon auf die Nerven, dass Dich alle Leute danach fragen?“. „Bis jetzt hat mich noch keiner gefragt, kein einziger.“ – die Trennung war schon über ein Jahr her.

Warum hat niemand gefragt? Diese Person hat viele Freunde. Trauen wir uns nicht? Tragen wir Masken? Oder ist uns die Fähigkeit verloren gegangen zu fragen oder zuzuhören? Ich kann für die Gemeinschaften sprechen, in denen ich mich bewege und stelle fest, dass wir immer wieder Mut machen müssen „echte“ Gespräche zu führen, statt nur zu labern, „wirkliche“ Themen anzusprechen, statt Small Talk zu halten und letztlich dem anderen zu vertrauen, dass er mit mir (das ich als ziemlich Komplexe Konstruktion) auch wirklich zurecht kommt.

In unserer überindividualisierten Gesellschaft braucht es neu den Mut aufeinander zu zu gehen und den Blick einander wahrzunehmen. Damit wir nicht allein weniger einsam sind als unter vielen Menschen.

Was ist eigentlich missionale Gemeinde?

Marlin Watling hat auf seinem Blog einen guten Beitrag zur aktuellen Diskussion „Was ist missional church“ – was noch besser als der Beitrag ist, ist der Dialog, die Diskussion von einigen Leuten zu dem Thema. Ich habe ebenfalls einen Beitrag verfasst und gebe ihn unten wieder, weil mich evtl. Antworten interessieren. Und ich sicher gehen möchte, dass ich Reaktionen und Antworten auf die unten gestellten Fragen auch mitbekomme. Meinen Kommentar versteht man selbstredend am Besten, wenn man die Diskussion nachvollzogen hat, die vier Punkte kann man aber auch ohne verstehen, denke ich. Wie würdest Du, der Du diesem Thema in Deinem Leben und Deinem Kopf Ausdruck gibst machst, die Fragen beantworten? Vielleicht sogar mit praktischen Beispiele versehen?

Hier mein Kommentar:

Hallo Leute,

habe mir lange überlegt, ob ich einen Kommentar schreibe – ich versuche es einmal.
Ich bin mir nicht so sicher und daraus resultieren für mich einige Fragen, die ich einfach mal in die Runde werfe:

1. Kennt jemand einen neutestamentlichen Auftrag zum Feiern von Gottesdiensten? Gibt es wirklich eine Stelle in der steht: Trefft Euch regelmäßig mit allen, um eine Veranstaltung abzuhalten? Nicht, dass es unbedingt eine biblische Legitimation für eine kontextuelle Anpassung geben müsste. Dennoch wäre eine Studie hierzu mal interessant, weil sie evtl. eine Gewichtung aufzeigt. Tradition und Rituale, wie Simon sie vorschlägt sind hier wenig hilfreich, denn sie zeigen vergangene Kontextualiserungen, was auch hilfreich ist, aber eben noch begrenzter. Meine erste Frage also: Welche Gewichtung finden wir in der Bibel, vor allem im Neuen Testament in Bezug auf Gottesdienste?

2. Ist missional das neue Buzzwort? Ich lese immer weniger über „Emerging Church“ und immer mehr über „missional“, was ich zunächst mal positiv finde. Dennoch wird eine schärfere Definition des Wortes sinnvoll. Das Beispiel wäre, dass eine missionale Gemeinde in einem Kontext, der in Programmen funktioniert auf jeden Fall Programme entwickeln wird, sonst läuft sie an ihrem Kontext vorbei. Missional vs. Programm ist daher keine Frage und eins nicht allgemeingültig das Adjektiv des anderen, sondern vielmehr kann Programm Ausdruck der Missionalität sein, abhängig vom Kontext – hier kommen wir nicht um die inkarntorische Frage herum. Missional inkarniert in eine kontextuell bestimmte Form. Wie auch immer diese aussehen mag. Hier urteilen wir viel zu schnell über „missional“ oder „nicht missional“ anhand von Formen. Erst wenn wir in der Umwelt leben und von innen her beurteilen können, ob eine Form „passt“ oder „kommuniziert“ oder nicht, sind wir in der Lage die „Missionale Frage“ zu beantworten. Meine zweite Frage ist also:
Wissen wir wirklich, was „missional“ ist oder haben wir hier Nachholbedarf?

3. „You must unlearn, what you have learned“ (Yoda, Star Wars Teil V) Seien wir ehrlich: Wir haben eine christliche Kultur erlernt, ererbt, eine reiche Kultur, eine zugrunde liegende „Systems Story“ (Lesenswert dazu: A Crash Course in Chaos von Alan Hirsch: http://leiterschaft.de/emergentes/2007/03/16/crash-kurs-chaos/)
Der Prozess des „Verlernens“ muss am Anfang stehen, denn sonst haben wir ein Paradigma im Kopf, genau wie unsere ganze Gemeinschaft. Natürlich werden Leute rebellieren, wenn man ihnen den „Gottesdienst“ wegnimmt. Das hat etwas mit „Heimat“ „Kultur“ und „Erziehung“ zu tun. Hier muss man viel „verlernen“, um etwas neuem Platz zu machen, wenn es denn der missionale Weg ist. (Auch hier wieder: Wie ist der Kontext?) Ich glaube, dass es für viele ein Weg sein kann und vermutlich muss neue Kontexte aufzusuchen. Dazu muss man viel verlernen, sonst nimmt man seine „Heimat“ immer mit. Und das führt dazu, dass man nicht richtig heimisch wird. Jeder, der eine komplizierte, fremde Sprache gelernt hat, weiß von was ich rede. Wenn man sich nicht auf die Denkweise der Fremden Kultur einlässt, wird man sprachlich an seine Grenzen kommen. Und man reflektiert in der Fremde deutlicher über seine eigene Kultur.
Meine dritte Frage ist also: Wie können wir einen sinnvollen Prozess des „Verlernens“ anstossen und begleiten, damit wir neuen Wein in neue Schläuche füllen können? Und das muss Teil einer jeden Gemeinde sein, die Luthers „Ecclesia reformata et semper reformanda“ ernst nimmt.

4. Wie konkret darf das bei uns werden? Bei mir? Ist uns bewusst, dass Nachfolge nicht nur unser ganzes Leben umfasst, sondern auch kostet? Jesu Ruf in die Nachfolge (Lk. 9: http://www.bibleserver.com/act.php?text_ref=42009023) verlangt Selbstverleugnung. Nicht mehr ich, sondern er. Das fordert uns nicht nur praktisch heraus, sondern auch geistlich müssen wir von der Couch der Wohlfühltheologien aufstehen und praktisch werden. Das bringt uns (mich persönlich) an unsere Grenzen und über diese hinaus. Ich habe Achtung vor den Menschen, die sich mit ihrem ganzen Leben einsetzen, um sich auf diesen gefährlichsten aller Wege zu begeben: Denn das sichere ist, dass wir uns selbst verlieren werden in der Nachfolge. Das Sichere ist das Kreuz, das Sichere ist unser Leben zu verlieren. Das hat Jesus offen und klar gesagt. Das erfordert Demut (da steckt Mut drin) und eine Haltung, die immer lernen will und immer praktisch umsetzt. Meine letzte Frage ist: Wie lebst Du im Moment? Wie wird das was Du sagst praktisch, greifbar, fühlbar? Wie gewinnt Gott Gestalt in Deinem Leben und in dem Deiner Gemeinschaft?

Ich hoffe dieser Beitrag hilft ein wenig weiter – ein Vorschlag an alle Leser: Nehmt doch mal diese 4 Fragen auf und beantwortet sie auf Eurem Blog. Ich bin sehr an den Antworten interessiert und werde diesen Kommentar und einen Link auf den Post von Marlin auf meinen Blog stellen. Verlinkt das und ich lese das gern und versuche es aufzunehmen. Ich würde mich freuen, wenn wir konkret werden und in Deutschland viele veränderte Gemeinschaften entstehen, die sich gefährliche Fragen stellen. Und unsere kleine, deutsche Welt verändern. Gemeinschaft für Gemeinschaft, Kultur für Kultur, Nachbarschaft für Nachbarschaft.

Scheidung

Ich denke über Scheidung nach. Nein nicht persönlich, sondern einfach über die Auswirkungen und die Fragen, die damit verbunden sind.

Im Moment gibt es eine Werbung von der Allianz Versicherung:

Jede Narbe hat eine Geschichte – wir sorgen für das Happy End

. Hinter jeder Scheidung steckt ebenfalls eine Geschichte. Die Frage ist nur: Wer sorgt für ein Happy End? Ich habe in letzter Zeit wieder stärker mit Menschen zu tun, die eine Scheidung durchgemacht haben oder als Kinder in einer Scheidung dringesteckt haben/drinstecken. Ich habe Angst davor, dass die Beziehungsfähigkeit der Kinder wie der Erwachsenen leidet. Angst vor der Trennung, Angst davor, dass alles vorbei sein könnte und vermutlich sogar sein wird macht Beziehungen zur Vorhölle. Bedingungslose Liebe und Vertrauen sind die Heilmittel für diese Narben. Und eine Gemeinschaft, die Mut macht und unterstützt, soweit ich das sagen kann. Vielleicht hoffe ich es auch nur, denn ich wäre gern Teil einer Gemeinschaft voller Hoffnung und bedingungsloser Liebe für Menschen, die unter einer Scheidung leiden. Mir ist übrigens auch bewusst, dass es auch Menschen gibt, für die eine Scheidung eine Erlösung darstellt. Oder auch Kinder, die berichten, dass ihnen die Scheidung ihrer Eltern nichts ausgemacht hat. Die Geschichten, die ich persönlich kenne sehen anders aus.

Ich fand dieses Bild von ASBO Jesus sehr bewegend zu dem Thema:

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(wenn unsere Ehe zerbrochen ist, wenn ich hier bin und du dort drüben.

Und wenn wir beide nur noch an unserem Glauben an Gott festhalten,

auch wenn wir den Glauben aneinander verloren haben,

stellt sich Gott dann auf die eine oder andere Seite oder

ist er auch einfach zerbrochen)

Sein und Haben

(Das heutige Zitat des Tages stammt von Erich Fromm (1900-1980)

„Der Unterschied zwischen Sein und Haben entspricht dem Unterschied zwischen dem Geist einer Gesellschaft, die zum Mittelpunkt Personen hat, und dem Geist einer Gesellschaft, die sich um Dinge dreht.”

Ich musste es zweimal lesen. Aber es stimmt.

John Stott: Wie wir werden müssen

Gefunden in diesem wunderbaren Buch: „Unchristian: What a Generation Really Thinks About Christianity and Why it Matters“ (David Kinnaman, Gabe Lyons) S. 152

„We are faced, in fact, with tow different cultures, two value systems, two standards, and two lifestyles. Which shall we choose? If we are not to be like chameleons, changing color to suit our surroundings, what are we to be like?

The answer ist that we are to be like Christ. The eternal and ultimate purpose of God by his Spirit is to make us like Christ.“ John Stott rector emeritus, All Souls Church, London

Passt sehr gut zu dem Buch, das heute in den Druck gegangen ist (ich freue mich darauf, das Ding endlich in den Händen zu halten…)


„Der wilde Messias: Mission und Kirche von Jesus neu gestaltet: Mission und Kirche von Jesus neu gestaltet. edition novavox 1“ (Michael Frost, Alan Hirsch)

Spiesser: Die Toten Hosen geben Religionsunterricht

Diesen Artikel von Campino und Co kann ich euch nicht vorenthalten, vor allem weil er auch online verfügbar (und auch druckbar) ist. In der letzten Ausgabe der „Spiesser“ einer Jugendzeitschrift mit einer Auflage von immerhin über 1.000.000 – gibt es kostenlos, z.B. in Kinos. Die macht immer eine Aktion, wo sie Stars als Vertretungslehrer in eine Klasse schickt. Und: Die Toten Hosen übernahmen eine Religionsstunde und haben ihre Sache ziemlich gut gemacht, wie ich finde. Es war eine 8. Klasse.

Campino:

„Ich habe mich sehr gefreut auf diese Stunde. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich schon mit Religion. Mein Vater was Presbyter in der Kirche und ich saß sonntags immer hinten auf der Holzbank und wollte einfach nur, dass es vorüber geht. Trotzdem hat mich das Thema nie losgelassen. Immer wieder in meinem Leben habe ich mich mit Glauben beschäftigt. Die Auseinandersetzung damit sollte meiner Meinung nach niemals enden. Man kann zum Beispiel nicht einfach sagen: ‚Ich bin Katholik‘ und das dann zeitlebens nie wieder ernsthaft hinterfragen. Außerdem ist es nie zu spät ein- oder auszusteigen in die Religionsdiskussion. Die Option, Glaube als Kraftquelle zu nutzen – da würde ich jedem raten, nicht so schnell die Tür davor zuzumachen.“

Campino fragt diejenigen in der Klasse, die sich zu den „nicht-glaubenden“ zählen, warum das bei ihnen so ist. Mark antwortet:

„Ich glaube nicht an Gott, weil ich ihn mir einfach nicht vorstellen kann. Jesus schon eher, aber Gott…“

Was sehr fein einen Punkt des Buchs, das ich gerade übersetze unterstreicht – die Leute sind mehr an Jesus interessiert als wir denken und in Jesus wird Gott greifbar. Die Frage ist natürlich nur: Wie sieht Dein Jesus aus? Das Interview ist kurz, aber interessant…von den Toten Hosen erwartet man ja nicht unbedingt eine solche Meinung – früher klang das anders „Ich will nicht ins Paradies“ – aber auch das zeigt wieder mal, dass mehr gegen die institutionalisierte Kirche gewettert wird, als gegen Gott und Glaube…wann lernen wir es eigentlich? (Und wer ist „wir“?) 😉

Hier geht es zum Online Heft, Ausgabe Nr. 121, November 2008

2008 das Jahr der globalen Christenverfolgung

Das Jahr 2008 wird in die Annalen eingehen als das Jahr, in dem die Diskriminierung und Verfolgung christlicher Minderheiten weltweit ein selten gekanntes Ausmaß erreicht hat. Mehr als 200 Millionen der rund 2,2 Milliarden Christen sind betroffen, wie die katholische Menschenrechtsorganisation „Kirche in Not“ in einem aktuellen Bericht bilanziert.“ (Quelle: Welt.de)

„Keine andere Religionsgemeinschaft wird härter und grausamer verfolgt als die christliche, mehr als 90 Prozent der aus religiösen Gründen Ermordeten und Verfolgten sind Christen.“  (Quelle: Welt.de)

Ich war heute morgen beim Lesen der Nachrichten einfach geschockt. Ich wußte, dass Christen verfolgt werden, ich wußte auch, dass es zugenommen hat, aber das jeder zehnte Christ auf diesem Planeten von Verfolgung betroffen ist (200 Millionen von 2,2 Milliarden Christen) ist für schlicht unfassbar. In Indien hat ein Bischof einfach mal so Weihnachten abgesagt, zumindest der öffentliche Teil davon – aus Sicherheitsgründen (Quelle: Kirche in Not) Interessant ist auch, dass viele andere Nachrichtendienste (ich habe in der Zeit, der FAZ und der Süddeutschen nachgeschaut) keine Meldung dazu haben – das alles beherrschende Thema im Moment ist die wichtige Klarstellung der Kirche in Bezug auf Mammon (Huber vs. Ackermann).

Es ist das erste Mal, dass ich in einem großen Magazin (Welt) über die Organisation OpenDoors lese – wir hatten sie auch schon in der Wohnung und haben einen vorsichtigen Blick auf die Situation der Welt geworfen, der uns die Augen geöffnet hat für diese Tatsachen. OpenDoors führt ebenso den „Weltverfolgungsindex„, in dem die Länder mit den schlimmsten Verfolgungen verzeichnet sind.

Schon Im Jahr 2007 hat die Württembergische Landeskirche beschlossen, den heutigen 26.12. zum Gebetstag für verfolgte Christen auszurufen und damit Weitblick bewiesen (Ein Fakt, der der „Welt“ entgangen ist). Eine richtige Reaktion, denn anders kann und darf man nicht reagieren, denn jetzt mit Parolen ala „wenn Christen überall verfolgt werden, dann sollten die Religionsausübungsrechte in westlichen Ländern auch beschnitten werden“ anzufangen ist purer Blödsinn. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man eine Bevorzugung christlicher Flüchtlinge anstreben kann, wie Herr Schäuble vorschlägt, auch wenn mir das persönlich gefällt und ich es angesichts der Zahlen, die oben genannt sind auch gerechtfertigt finde.

Sicher bin ich mir jedoch, dass seitens der Regierungen mehr getan werden sollte für den Erhalt von freier Religionsausübung weltweit. Ich mag auch keine Endzeitdebatte anfangen, aber die Frage nach Gerechtigkeit und Stellenwert von Freiheit und ungerechten Geldsystemen sind dringende und wichtige in unseren Tagen. Vielleicht vergleichbar mit einem Vulkanausbruch. Die Lava ist schon lange da, er bricht im Moment nur sehr augenscheinlich aus. So sind diese Themen ebenfalls schon lange da, unter der Oberfläche, aber im Moment drängen sie mit Macht in das kollektive Bewusstsein der Welt und auch in meins.

Warum nicht heute für verfolgte Christen beten? Und wenn wir dabei sind auch für Afrika? Und das Neue Testament zur Hand nehmen und Römer 8, 31-39 lesen. (und gern weitere Texte zu „Verfolgung“ – wenn ihr Vorschläge habt, schreibt es einfach in die Kommentare!) Ein abschliessender Bericht, der uns die Dringlichkeit und konkrete Gestalt von Verfolgung vor Augen führt (aus Ägypten):

„Die zweite Jahreshälfte stand im Zeichen einer Serie von Angriffen auf koptische Gotteshäuser, wobei die Angreifer regelmäßig Steine und Brandsätze warfen. Die Polizei griff gar nicht oder erst spät ein. Höhepunkt war ein Angriff von sechzig bewaffneten Muslimen auf das Abu Fana Kloster. Vier Christen wurden dabei verletzt und drei Mönche entführt. Die Islamisten banden die Männer an einen Baum und peitschten sie aus. Man zwang sie, auf ein Kreuz zu spucken und sich zum Islam zu bekennen. Einer der Mönche blieb bis heute verschwunden.“ (Quelle: Welt.de)

Weiterführende Links:

Open Doors

Kirche in Not

Briefe aus dem Exil 2: Afrika

Vor einiger Zeit hingen in Karlsruhe überall Plakate eines neuen Musicals/Zirkus herum mit dem Namen „Mother Africa„. Auf dem Plakat waren fröhliche, bunt bemalte Menschen in mehr oder weniger traditionellen, eher aufgepoppten Kostümen zu sehen. Vielleicht prägen solche Bilder und die Nationalparkszenen mein Bild von Afrika zu sehr. Bono hat gesagt: Afrika – das ist ein ganzer Kontinent, der in Flammen steht.

Je mehr Berichte von Afrika sich in meinem Kopf zu einen Bild zusammen puzzeln, um so mehr begreife ich, was er damit meint. Afrika hat den höchsten Anteil von so genannten „gescheiterten Staaten“ der Welt:

Failed_States Failed_States Kopie

(Bildquellen: Wikipedia)

Vom Völkermord in Darfur (Sudan) habe ich schon länger etwas gehört, krass finde ich die Aktion mit den Türschildern (Rettet Darfur) auf denen zu lesen ist „Bitte nicht stören – Völkermord“ der auf drastische Weise darauf aufmerksam macht, dass in den vergangenen 5 Jahren ca. 400.000 Menschen getötet wurden – rund 2,5 Millionen sind auf der Flucht. Und die Staatengemeinschaft kommt ihren Versprechen nicht hinterher.

Heute las ich von Simbabwe und dessen mittlerweile völlig handlungsunfähigen Präsidenten Mugabe. Schaut man die Karte an, so kommen einem Erinnerung an Meldungen in den Nachrichten oder Zeitungen, die man mittlerweile vergessen hat. Leute wie Toby Faix schreiben über furchtbare Entwicklungen in Nigeria, Brian McLaren mahnt: „Please don’t forget the Congo!

Ich konzentriere mich so stark auf unsere spirituelle Krise im post-christlichen Westen, dass Afrika nicht wirklich in meinem Herz, meinen Gebeten und meinem Kopf ist – und auch nicht meinen Geldbeutel bewegt. Und dennoch – wie kann ich von Gerechtigkeit reden, Gerechtigkeit, wie Gott sie sich auf dieser Welt vorstellt und wie sie in Jesus schon angebrochen ist, ohne aktiv zu werden? Wir haben gestern hier mit der Familie ein gutes Gespräch gehabt, in dem es um Fragen wie fair gehandelte Kleidung ging und was wir machen können mit unseren eigenen, limitierten Ressourcen (mir ist klar, dass unsere Ressourcen größer als die der Restweltbevölkerung sind…). Schwiegervater, oftmals die Stimme der Vernunft meinte, dass man nicht an allen Fronten zugleich die Welt verändern kann. Dennoch möchte ich es nicht unterlassen mir und Euch Afrika ans Herz zu legen. Unsere Gebete, unsere Anteilnahme und unsere Aktionen/Geldbeutel sind nicht unwichtig, im Gegenteil.

Vielleicht suchst Du ja noch ein last-minute Weihnachtsgeschenk? Hier noch ein paar Tipps (es sind alles gute Aktionen, wenn auch nicht immer für Afrika):

Sinnvolle Geschenke – die Idee von Geschenken, die Not lindern

Augenlicht schenken statt Socken und Krawatten

Schenken und Helfen – schon mal Hühner, einen Bienenstock oder Obstbäume verschenkt?

Zum Abschluss noch ein Zitat von Bono, der über Gerechtigkeit und Afrika schreibt. Gerade zu einer Zeit, wo wir die Geburt des Friedefürst feiern, der Gerechtigkeit bringt eine gute Erinnerung wie viel Arbeit noch vor uns liegt.

„Africa makes a fool of our idea of justice; it makes a farce of our idea of equality. Because there’s no way we can look at Africa – a continent bursting into flames – and if we’re honest conclude that it would ever be allowed to happen anywhere else. Certainly not here in Europe, or America, or Australia, or Canada. There’s just no chance. You see, deep down, if we really accepted that Africans were equal to us, we would all do more to put the fire out. We’ve got watering cans, when what we really need are the fire brigades. (Bono 2004)“

Mal was FROH!es…

Aus einem Interview mit Heinz Bude, Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie in Kassel, in der FROH!:

„Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist in Europa bemerkenswert. Wir sind offenbar auch immer noch ein Land, in dem es ein tiefes Gefühl für soziale Gerechtigkeit gibt, das auch immer einen Adressaten sucht. Die Frage ist, wie kann sich soziale Gerechtigkeit nicht nur als situative Ausdrucksform zeigen, sondern auch als nachhaltige und belastbare Ausdrucksform für die Zukunft? Denn das ist sicher, dass wir in der Zukunft in eine Gesellschaft hinein gehen werden, die ungleicher sein wird, als die Gesellschaft es heute ist.“

Ich fand es einfach mal schön zu sehen, dass wir Deutschen offenbar auch schon Schritte gemacht haben und das soziale Gerechtigkeit irgendwie mit uns schon länger unterwegs ist als erst seit gestern. Aber mal was FROH!es und einmal ein gutes Wort über…:

In der Weihnachtsgeschichte feiern später Könige mit Hirten zusammen also die Hochgestellten mit den Niedrigen. Gibt es heute noch Orte, in denen die Starken mit den Schwachen, die Armen mit den Reichen barrierefrei miteinander sein können? (Fragt Simone Rüth Herrn Bude)“

„Naja klar, die Kirche.(Antwortet dieser)“

Und lieben Dank an Mark Reichmann für die kostenfreie Ausgabe der FROH!

Engagement in Kirchen wird zurückgehen

Das habe ich gerade bei soomah (Danny Gandy) gefunden. Da ich grad keine Zeit zum Posten hab, aber es Euch nicht vorenthalten wollte, zitiere ich einfach (Fettes Danke an Danny!!!)

Laut einer Studie des Markforschungsunternehmens Prognos wird in Zukunft das Engagement in Kirchen und religiösen Gemeinschaften in den nächsten Jahren stark zurückgehen:

engagement_kirche

Deine Meinung ist gefragt: woran liegt das? Was können wir tun?

Die komplette Studie gibt’s hier zum herunterladen. Danke an Jochen Mai.

[From Engagement in Kirchen wird zurückgehen]

FROH! Weihnachtsmagazin

blog_frohmagazin_ansichtIn diesem Jahr kann Weihnachten richtig FROH! werden. Ein wunderschönes Magazin das nur Lob eingeheimst hat (Glam, StyleSpion, jetzt.de) gibt Denksport und Ruhepause mit Texten von illustren Leuten wie Klaus Berger – besonders gefällt mir das Design (eine Vorschau gibt es hier – Ansehpflicht!)

Das Magazin ist herausgegeben vom Motoki-Kollektiv in Köln und ist mit einer Auflage von 2000 Stk. zu streng limitiert. Du solltest Dich beeilen, wenn Du es bestellen magst! Und das kann man hier.