Wenn man nach Hause kommt am 1. Advent und findet seine Tochter, seine Frau und zwei liebe Freunde, die damit beschäftigt sind Lebkuchenhäuser zu backen, zusammen zu setzen und zu verzieren, dann fühlt man sich einfach richtig zuhause. Ein paar Bilder:



Hab’s völlig vergessen hier anzukündigen – Schande über mich. Wir haben eine Gottesdienstreihe angefangen, die sich “drei. ” nennt (oben sieht man den Flyer für den 1. Gottesdienst).
Bei unserem Startgottesdienst waren für uns überraschende 130 Personen da und 20 Leute von der Wohnung haben mitgemacht. Bilder und ein paar Infos findet man auf der Webseite.
drei.athome-karlsruhe.de
Einfach nur, um es zu erwähnen: David Decker, der Mann hinter Ekkaleo.de hat ein Emerging Church Feature zusammengestellt, das ich gut und ausgewogen finde, lässt es doch vielen Leuten Raum und bringt eine Bandbreite an Meinungen zusammen.
Kommentiert habe ich Davids kritische Gedanken an der Stelle “Was mir an der Emerging Church nicht gefällt” – ich habe mich als Teil dieser Bewegung schlicht an manchen Punkten gänzlich anders gesehen und wahrgenommen. Man kann und darf gern mit diskutieren – vielleicht auch vom Emergent Forum aus?
Ich sitze gerade im ICE nach Karlsruhe. Hinter mir liegt ein anstrengender, aber guter Tag. Nachdem ich heute morgen noch Kabel und Stecker für Starkstrom abgeholt habe, bin ich in den Zug gestiegen und nach Kassel gefahren.
Es war mein erster Aufenthalt im CVJM Kolleg – viel mehr als den Kurs, den ich geben durfte, habe ich auch nicht mitbekommen. Zum Gespräch hat es nachher leider nicht mehr gelangt – da war mir mein Zug dann doch wichtiger. Aber auch so habe ich leider Verspätung und finde es zum wiederholten Male sehr seltsam nicht in der Wohnung sein zu können, also nicht zur rechten Zeit.
Ich merke wie sehr mir die Leute und die Wohnung ans Herz gewachsen sind gerade dann, wenn ich nicht da sein kann, wie jetzt. Es ist eine echte Gemeinschaft geworden zumindest für mich. Aber zu dem was heute in Kassel passiert ist:
Ich war eingeladen eine Vorlesung im Rahmen der Ekklesiologie (Lehre von der Gemeinde) über “Emerging Church” zu halten. Und es war gut, sehr gut sogar. DIe Studenten haben gut mitgemacht, engagiert diskutiert, intelligent rückgefragt und der Aufbau der vier Stunden war solide.
Ich bin jetzt ein wenig ausgepowert, aber glücklich und konnte im Schnee nach Hause fahren. Fein. Jetzt noch der Gottesdienst am Sonntag und danach ein wenig Ruhe und Frieden und Zeit mit der Familie. Der Jahresabschluss naht….
!
„Individualismus bedeutet heute, daß man alles tut, was alle anderen tun – bloß einzeln.”
Rock Hudson (1925-1985), amerik. Filmschauspieler
Es gibt doch Schauspieler, die etwas zu sagen haben. Das Zitat ist wahr und wenn ich mir mein Leben und das von anderen anschaue, dann muss ich mich immer wieder selbst ermahnen nicht einfach all das zu tun, was die anderen tun, sondern das was richtig und gut ist. (Römerbrief 12, 1-2)
Eine (außer-)gewöhnliche Sache durfte ich miterleben bei Harry und Zoe – morgens treffen sich Harry und zwei seiner Mitarbeiter zum Gebet. Nicht jeden Morgen gemeinsam, aber an zwei, drei Tagen in der Woche. An sich noch nichts besonderes und doch irgendwie schon, denn sie benutzen ein Buch dazu: “Daily Prayer (Common Worship: Services and Prayers for the Church of England)” (Church House Publishing) und das vereinigt sie mit vielen Menschen in ihrem Land. Früher war es das “Book of Common Prayer” welches 1662 erstmals aufgelegt wurde. Harry, als ordinierter Pastor der anglikanischen Kirche, gibt sogar das Gelübde, dass er jeden Morgen und jeden Abend mit diesem Gebet beginnt und beschliesst. Am Anfang war es für mich etwas befremdlich, aber sehr bald wurde es zu einer wunderschönen Erfahrung und auch jetzt lese ich es gern, zumindest am Morgen. Es hat unterschiedliche Teile, Psalmen, Gebete, Passagen aus dem Alten und Neuen Testament, Fürbitten, Dank und Lob und sogar Erinnerungen an “Saints” der anglikanischen Kirche. Und es verbindet eine ganze Kirche in einer Art und Weise, wie es die Herrenhuter Losungen nicht wirklich können. Da es bei uns morgens vom Aufwachen von Emilia an recht turbulent zugeht, stelle ich fest, dass eine bestimmte und irgendwie geführte Zeit mit Gott heilsam ist, hilfreich und – so hat es Harry ausgedrückt – wie “Porridge” (Haferbrei – Arbeiterfrühstück) “es ist nichts wirklich besonderes, ein gewöhnliches Frühstück, aber wenn Du es zu dir nimmst, merkst Du, wie es dich sättigt und lange durch den Tag trägt.” Stimmt.
Links:
Offizielle Seite der Kirche Englands
Transforming Worship in der Kirche Englands
Das tägliche Morgen-Gebet aus dem Buch “Daily Prayer: Common Worship…” (es wurde zwar gesagt, es gäbe einen Feed, aber bei mir funktioniert das nicht – kann einer der Kompetenten Jungs mal schauen? Ich hätte das gern als Feed…Danke!)
Das tägliche Abendgebet aus dem Buch “Daily Prayer: Common Worship…”
…eigentlich jetzt schlafen gehen. Aber wie so mancher Abend treibt mich die Frage um, was es noch zu tun gibt.
Nach einem Abend wie diesem, mit Gottesdienst und der Ahnung aus Lukas 10, 25-37, dass Jesus es wirklich gemeint hat, dass wir praktisch helfen sollen. Anfassen und praktisch lieben. Zu tun gibt es selbst zu beginnen, wie aber soll man beginnen, wenn man nicht aufhört an anderer Stelle? Wie woher Zeit und Kraft nehmen? Dumme Fragen mit recht einfachen Antworten, die aber, wie den Akt, den man zaghaft verwirklicht sehen mag, nicht wirklich gefallen, da sie mit Änderung des ach so bequemen Lebens einhergehen.
Ich habe immer wieder gesagt, dass diejenigen, die einen Gottesdienst vorbereiten meist am meisten davon gewinnen, obwohl sie in der Sprache von vielen “nur geben”. Ich kann das nicht verstehen. Ich nehme von Gott Fülle um Fülle. Manchmal werde ich müde, aber nur körperlich. Mich selbst herauszufordern und ehrlich zu sein, auch wenn es wehtun mag ist heute nicht mein Ziel gewesen und dennoch sind wir als Gottesdienstgemeinschaft in N5 dort an gekommmen.
Ich muss morgen weiter denken, denn jetzt fallen mir doch die Augen zu…

Ich lese gerade das Buch “Wo ist Gott?: Gespräche mit der nächsten Generation” (Heiner Geißler) und finde vieles, was Heiner Geißler 2000 geschrieben hat aktueller denn je – Auszug gefällig? (Das Buch ist aus realen Gesprächen mit Jugendlichen entstanden, die Geißler Fragen stellen durften)
“(…)Auch spenden die Christen in Deutschland ja sehr viel Geld, zum Beispiel für Adveniat, Brot für die Welt, Misereor. Alles tolle Sachen und gute Werke. Aber im Grunde genommen ist das nur eine Art Trostpflaster und kann die grundlegenden Probleme der Armut auf der Welt nicht lösen.
Frage: Was müssten die Christen denn dann tun?
Ich glaube, dass wir auch global eine Wirtschaftsordnung brauchen, die so wie die Soziale Marktwirtschaft den Menschen Arbeitsplätze ermöglicht, von denen sie leben können. Das ist eine ganz schwierige Aufgabe. Aber die Christen müssten sich in aller Welt mit anderen religiösen Menschen politisch zusammenschließen, um so etwas durchzusetzen. Und eines Tages wird man eine Weltregierung brauchen, die dann eine solche Ordnung auch garantiert.” “Wo ist Gott?” S. 36
Also: Wenn Euch das Thema interessiert – Kaufempfehlung! Gibt es immer mal wieder unter den Restposten…
The god of whom no dogmas are believed is a mere shadow. He will not produce that fear of the Lord in which wisdom begins and therefore will not produce that love in which it is consumated….There is in the minimal religion nothing that can convince, convert, or (in the higher sense) console; nothing therefore which can restore vitality to our civilisation. It is not costly enough. It can never be a controller or even a rival to our natural sloth and greed. (Ich habe gerade keine Zeit es zu übersetzen, entschuldigt bitte!)
– C.S.Lewis
Gefunden bei Alan heute. Und eine gute Erinnerung, dass man auf dem Weg nicht alles preis geben kann und das man mit der – ich benutze jetzt ein altes und mittlerweile “böses” Wort – Sündhaftigkeit der Menschen rechnen muss. Was denkst Du?
Ein paar Reflektionen von unserer Zeit in Sheffield habe ich noch im Kopf und hoffentlich finden sie ihren Weg auch nach und nach hier her.
Untergebracht waren wir, wie schon erwähnt, bei Harry Steele, dem Youthdeacon der All Saints Kirche in Sheffield. Seine Geschichte ist schon faszinierend genug (aus deutscher Perspektive) – von Hause aus ist Harry nämlich Pfingstler und hat auch eine Pfingsbibelschule besucht – macht nichts, sagt die Church of England und hat ihn trotzdem ordiniert und ihn nach Cambridge zum weiterstudieren geschickt. Man denke sich das in Deutschland – ohne Universitätsabschluss geht da gar nichts. Harry hat die Jugendarbeit in der All Saints weiter und ausgebaut.
Ein interessantes Projekt, das ich mir anschauen konnte war “Teenage Kicks” – im Prinzip eine Discoveranstaltung für alle unter 18 Jahren. Laut, turbulent und wahnsinnig gut organisiert kommen da bis 300 Teenager zum Abtanzen, feiern, X-Box zocken und chillen in den Gemeindesaal der All Saints. Dieser verwandelt sich durch viel Aufwand und ein wahnsinniges Materialaufgebot (Lichtanlage, Technik vom Feinsten) in eine recht erwachsene Disko. Das größte Event in Sheffield für Teenager wird von einer Kirche veranstaltet – es gibt auch immer 2 Bands, die auftreten – eine davon ist irgendeine Band aus Sheffield, die sich extra für dieses Event beim Teenage Kicks Team bewerben müssen.
Wenn man von Kirche als Kultur beeinflussender Größe spricht, dann ist Teenage Kicks bestimmt ein Schritt in dieser Richtung. Gepredigt wird nicht von vorne, nur durch die Freundlichkeit, die Liebe zum Detail, die Teenagerfreundlichen Preise und den festen Willen dieser Altersgruppe einen richtig guten Abend zu machen. Einzig in einer Ecke läuft eine Präsentation mit den übrigen Veranstaltungen ab, zu denen man einlädt. Der Event hat viele Mitarbeiter (mehr als 20) und die Stimmung bei denen war klasse, obwohl sie wirklich viel arbeiten um das alles möglich zu machen. Auf meine Frage: “Denkst Du, dass sie schon in sich eine Gemeinschaft bilden” war die Antwort: “Natürlich” einige der Mitarbeiter sind nicht wirklich Teil der All Saints Church, fühlen sich aber diesem Team zugehörig und leben und arbeiten für Gott an diesem Platz.
Ich fand das beeindruckend und hat mich sehr an das Konzept von “Communitas” bei Alan Hirsch erinnert. Ein Zeitraffer Video von Mai 2007 gibt es hier zu sehen, das den ganzen Event vom Aufbau bis zum Abbau dokumentiert. Ich habe im November 2008 noch deutlich mehr Technik und so gesehen, aber man bekommt einen ganz guten Eindruck (Klick.).
“Das geistliche Leben beginnt damit, dass wir unser verletztes Ich annehmen.”
Brennan Manning
Schon seit ca. 18 Jahren hören ich das und ähnliche Sprüche von meiner geistlichen Mama und so langsam verstehe ich glaube ich, das damit gemeint ist. Interessant wie lange man denkt, dass man unsterblich ist, oder? (ich bin mir bewusst, dass ich mein Leben nicht in “geistlich” und “nicht-geistlich” einteile) Und unverwundbar. Hm. Was denkst Du über diesen Satz?
Danke an David für den Link: eine Kirche in den USA hat in Zusammenarbeit mit einem lokalen CVJM eine missionale Gemeinschaft aufgebaut. Interessanter Artikel und eine gute Geschichte. Leider in Englisch: Hier zu lesen. (bei Christianity Today)

Vor genau einer Woche sind wir am Montag Abend in Sheffield angekommen. Auf der Fahrt von London sind wir an Oxford vorbei gekommen und wir konnten es nicht lassen: Magdalen College (Sprich: Mohdlin) war den Zwischenstop wert, konnten wir doch C.S. Lewis Wirkungsstätte anschauen und den berühmten Addison’s Walk gehen. Oxford ist eine wunderschöne Stadt, die wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient als wir ihr geben konnten. Z.B. muss die weltberühmte Bodleian Library auf unseren nächsten Besuch warten (oh diese Schmerzen an diesem wunderschönen Gebäude aus Zeitmangel vorbeizugehen…)
Sheffield ist durchaus viel größer als erwartet – wir haben uns ziemlich doll verfahren bis wir endlich bei Harry Steele, dem Jugendpastor der All Saints Church, angekommen sind. Meine erste echte Begegnung mit einem anglikanischen Referent. Der Mann hat Stil und gefällt mir. Einige Leute haben im Vorfeld gesagt, dass wir uns kennen lernen müssen. Ich kann jetzt sagen, dass dem so ist. Wir sind uns in vielem ähnlich. Harry, Zoe, Esre (2) und Jonas (10 Monate) haben uns in ihr Haus aufgenommen und diese Woche lang mitleben lassen. Mit allem Chaos und allem Leben, das zwei englische Jungs und ein kleines deutsches Mädchen so anstellen können. Gastfreundschaft und ein offenes Haus sind Tugenden die man nicht sofort mit England verbindet – sehr zu unrecht, wie wir erleben durften. Und natürlich: Es gab jede Menge Tee.
Neue Kommentare