Eine bunte evangelische Kirche mit freikirchlicher Organisationsstruktur

Vom 04.-07. Mai durfte ich als GemeindegrŁnder bei der Bundeskonferenz der evangelisch-freikirchlichen Gemeinden in Deutschland dabei sein. Das Motto lautete: „Bunte Gemeinde – Staunen Łber Christus im Anderen“ (Link fŁhrt zur Konferenzdokumentation).

Michael Diener vom Gnadauer Verband erŲffnet die Bundeskonferenz mit dem Thema „Gott will bunte Gemeinde“

NatŁrlich war ich nicht allein – andere vom GrŁnderteam von „Weiter Raum Marburg“ waren ebenfalls anwesend, aber dennoch wusste ich nicht so ganz: was erwartet mich dort? Vielfšltiges – neben dem hervorragenden Programm – z.B. Michael Diener als Anfangsredner, einem ganzen Tag, der dem Thema „Inklusion“ gewidmet war – inklusive Gottesdienst in leichter Sprache und Musik von einer inklusiven Band, weiteren Elementen, Berichte von GeflŁchteten und Angekommenen und vielen, vielen Begegnungen mit GrŁnderinnen und GrŁndern, Pastorinnen und Pastoren und so vielen anderen Menschen mehr. Der Kabarettist,†Pfarrer und Tausendsassa Rainer Schmidt hat uns zu Tršnen gerŁhrt – Lachtršnen und Tršnen der RŁhrung. Ich habe an diesem Abend mehr Łber meine Einstellung zu Menschen mit deutlicherer Behinderung als ich sie habe gelernt, als in meinem ganzen Leben vorher. Lachend.

Ein bunter Bund evangelischer Christen, die sich als Freikirche organisieren. Ich bin Menschen begegnen, die von ihrem Bund, dem weltweiten Bund, vŲllig Łberzeugt waren. 42 Millionen zšhlen sich immerhin weltweit zu dieser evangelischen Kirche. „Baptists“ – der

Paul Msiza (Pršsident des Weltweiten Bundes der Baptisten) predigt

Pršsident Paul Msiza war zu Gast und trotz der hochkarštigen Besetzung war das ganze sehr unaufgeregt, natŁrlich und leicht. Ca. 1100 Menschen in Kassel im Prinz-Max-Palais treffen sich entspannt. Und verhandeln dabei aber auch ernste und bewegende Themen als Bund. Da wurden kritische TŲne gešuŖert, Rednerlisten gefŁhrt, Antršge gestellt und Meinungen ausgefochten. Aber eben in dieser Haltung: wir stehen zusammen und wollen das auch. Basisdemokratisch mit dem Stimmzettel in der Hand. Das Ganze macht auf mich einen guten Eindruck und manche schwierige Begegnung meiner Vergangenheit wurde versŲhnt. Ich habe diese Tage als lohnenswert und tiefgšngig erlebt und freue mich auf viele weitere Begegnungen mit evangelischen Menschen, die sich nach Art einer Freikirche organisieren. Da ist viel Freiheit in der Luft und das gefšllt mir gut.

Die Kongressdokumentation findet sich hier.

Das Kongressvideo:

Die Bildmaterialien stammen von†davidvogtphotography.com†- alle Rechte verbleiben beim Urheber

Unterwegs Zuhause: Traumschiff

Am vergangenen Sonntag hatten wir ein bemerkenswertes „Unterwegs Zuhause“ von unserem GemeindegrŁndungsprojekt „Weiter Raum Marburg“. Unterwegs waren wir nach Friedelhausen und spšter an die Lahn. Sowohl das Schloss Friedelhausen, als auch das Hofgut haben ihre eigene Geschichte, die mit einer Vision, einem Traum begann.

Also haben wir diesen Punkt gewšhlt, um unseren Weg zu beginnen. Unsere Tršume, WŁnsche und Visionen haben wir auf kleine Zettel geschrieben. Diese wurden zu Segeln. Aber tršume brauchen auch feste Punkte. Mittels kleiner StŲcke haben wir die Traum-Segel an Masten befestigt und schliesslich, weil man immer wieder Auftrieb braucht, diese mit Holz, Rinde oder šhnlichem zu einem Boot gebaut (siehe Bilder). Gespršche Łber Tršume und vor allem auch geplatzte Tršume gab es unterwegs zuhauf.

Der HŲhepunkt war, dass wir unsere Traumschiffe dann in die Lahn gesetzt haben. Gebeten gleich losgelassen, entlassen und fahren lassen. FŁr die Einen war es das Loslassen eines vergangenen Traums, andere wiederum haben einen Traum zum Meer gebracht. Eine tiefer Moment. Mir werden diese spirituellen Spaziergšnge immer wertvoller. Inspiriert hat ich Łbrigens der sperrige Vers aus dem Buch Prediger 11,1. Das nšchste „Unterwegs Zuhause“ findet Łbrigens am 08.05. statt und fŁhrt uns wieder in den Ruheforst Marburg.

Ein transformatorisches Gebet

Eben als Abschluss des Unterrichts:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entz√ľnde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Franz von Assisi (1226)

Christian Community Development Conference 2010

Nach einigen Problemen (von der kranken Familie angefangen bis zum Parkplatzproblemen in MosbachDSC01035 , die Gott sei Dank von der lokalen Mosche behoben wurden…) bin ich jetzt hier auf der CCD in Mosbach. Der Track 6 interessiert mich und viele andere besonders: Missional Church meets Holistic Ministry.

Da viele der Anwesenden bereits „Holistic Ministry“ praktizieren und erstaunliche Geschichten erz√§hlen, f√ľhle ich mich etwas gehemmt, aber dennoch nicht unwohl. Es gibt so viel zu lernen! Gleich wird Sheryl Haw, International Director des Micha Netzwerks √ľber „Integral Mission“ ein Referat halten. Freue mich drauf.

Auf den Fotos gibt es einige Frage, die ich hier an der Wand gefunden habe.

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ReBlog: Alan Hirsch Follow the Yellow Brick Road

Walter F√§rber (Tiefebene) hat einen Teil der Forgotten Ways von Alan Hirsch f√ľr seine Gemeinschaft √ľbersetzt und auf seinem Blog zug√§nglich gemacht! Danke f√ľr das Geschenk – das Internet und vor allem Blogs sollte Pl√§tze von Geschenken sein – man schenkt seine eigene Geschichte her. Ich zitiere ihn hier in voller L√§nge:

„Die Geschichte Abrahams, die Kameradschaft von Sportmannschaften, die Kriegskameradschaft von alten Soldaten, die Gemeinschaft des Ringes in J.R.R.Tolkiens ‚ÄúHerr der Ringe‚ÄĚ und die verr√ľckten Kaninchen im ‚ÄúWatership Down‚ÄĚ-Film, all diese unterschiedlichen Geschichten zeigen uns, wie wichtig die Reise selbst ist. Denn Reife und Selbstverwirklichung kommen nicht ohne Bewegung und Risiko, und Abenteuer sind in der Tat gut f√ľr die Seele. All diese Geschichten zeigen uns, dass tiefe Gemeinschaft und Liebe da zu finden sind, wo wir uns zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise aufmachen, wo wir gemeinsam Gefahren ins Gesicht sehen und uns dabei zusammenfinden m√ľssen, um zu √ľberleben. All das finden wir auch wieder in der Art, wie Jesus seine J√ľnger pr√§gte: gemeinsam begannen sie eine Reise, die sie wegf√ľhrte von ihrem Zuhause, ihrer Familie und ihren (sozialen oder religi√∂sen) Sicherheiten. Sie brachen auf in ein Abenteuer, zu dem Grenzerfahrungen (Liminalit√§t), Risiko, Lernen durch Praxis, verschworene Gemeinschaft (Kommunitas) und geistliche Entdeckungen geh√∂rten. Unterwegs verloren sie ihre Angst vor Unzul√§nglichkeit und Mangel oder Vorsorge, und an deren Stelle trat eine beherzte Zuversicht, die die Welt f√ľr immer ver√§ndern sollte.

Was starke Jesusbewegungen so dynamisch macht, ist die Tatsache, dass sie tats√§chlich Bewegung mit sich bringen. Und dabei geht es nicht um die Organisationsstruktur, sondern um echte Dynamik. Das hei√üt nun nicht, dass buchst√§blich jeder Christ Haus und Familie verlassen muss, um Jesus nachzufolgen. Aber der grundlegende geistliche Akt, alles im Namen Jesu aufzugeben, lag jeglicher sp√§teren Nachfolge zu Grunde. In diesem Sinn hatten sie bei ihrem Christwerden eine grundlegende Entscheidung getroffen, sich auf die Grenzerfahrung des Verlusts von Sicherheit und Bequemlichkeit einzulassen und mussten sie nicht nachtr√§glich noch einkalkulieren. So blieben sie ein bewegliches Volk, das sich, abh√§ngig vom Kontext, st√§ndig neu anpassen und weiterentwickeln konnte. Das ging so lange, bis Konstantin uns mit Kirchengeb√§uden, einer Organisation und einem B√ľndnis zwischen Staat und Kirche beschenkte, wodurch der apostolische Genius f√ľr sehr lange Zeit in tiefen Schlaf fiel.

Wir m√ľssen uns von neuem auf den Weg machen. Wir sind die Menschen des Weges, und unser Pfad liegt vor uns. Er l√§dt uns ein in eine neue Zukunft, in der wir endlich wieder gestalten und mitmachen d√ľrfen. Wir versuchen, die Natur authentischer christlicher Gemeinschaft von neuem sichtbar zu machen: n√§mlich eine Kommunitas, die um ihre Mission herum gebaut ist und in Angriff genommen wird von einer Gruppe fehlbarer, aber mutiger Gef√§hrten. Wir tun das, indem wir die mythische Symbolik aus den gro√üen Geschichten aufrufen und in Erinnerung rufen, wie Jesus und die fr√ľhe Kirche sich daran machten, die Botschaft zu verbreiten. So erwecken wir von neuem die Sehnsucht und den Willen, eine abenteuerliche Reise zu unternehmen, um die uralte Kraft des apostolischen Genius wiederzuentdecken.“

Ich habe mich in dieser Woche mit Freunden unterhalten und empfinde diese Worte von Alan, die jetzt hier auf Deutsch vorliegen als eine Art Zusammenfassung unseres Gesprächs. Danke Walter!

Gebet und Arbeit

Echtes Gebet, das von Herzen kommt, hat immer echte Arbeit zur Folge. Und am Ende wird die Arbeit selbst zum Gebet.

Ich finde dieses Zitat wunderbar. Gestern haben wir und als Tafelrunde getroffen (das Wohnungsleitungsteam) und ich habe zu Beginn ein Gebet gesprochen, danach haben wir gearbeitet. Hitzig waren die Entscheidungen, kontrovers die Abstimmungen und h√§ufig mussten wir neu aufeinander h√∂ren und uns auf die Andersartigkeit und damit die anderen Meinung des Gegen√ľbers einlassen. Arbeit wurde zum Gebet? So ist meine Hoffnung – Entscheidungen wurden getroffen, wie die Wohnung denn jetzt aussehen wird, die wir umbauen um 1. Obergeschoss.

Zu anderen Themen sind wir nicht gekommen, leider. So viel dringendes steht noch an, dass dringend die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Begabungen braucht. Dringend die Weisheit und Leitungskraft ben√∂tigt, die in einem Team von gleichen und doch v√∂llig unterschiedlich begabten Menschen von sechzehn bis 33 Jahren frei wird. Ich habe mich selten so herausgefordert, so gebraucht, so √ľberfl√ľssig und so wohl gef√ľhlt wie als Teil dieser kleinen Communitas.

Das Zitat – das stammt von Ghandi aus seinem Buch „Der Atem der Seele. √úber Gottesliebe und Gebet“ (S. 80), das wir gerade erlesen. Es k√∂nnte treffender kaum sein, wie ich finde. Arbeitest Du noch oder betest Du schon?

Gef√§hrliche Tr√§ume: Gemeindegr√ľndung

Wann hast Du das letzte Mal einen gef√§hrlichen Traum gehabt? Ich rede nicht von einem Alptraum aus dem Du gern aufwachen w√ľrdest, sondern von einem Traum, der Dein Leben, Deinen Besitz und Deine Komfortzone in Gefahr bringt.

Ich hatte das Vorrecht gestern mit einer Person sprechen zu d√ľrfen, die einen solchen Traum im Herzen tr√§gt. Weg von bestehenden Mustern an einem Platz, den Gott zeigt missionale Gemeinde zu bauen. Ich war mehr bewegt auch im Nachhinein als ich mir selbst zugestehen wollte. Gef√§hrliche Tr√§ume.

Ich frage mich manchmal ob wir durch unser Leben andere inspirieren gefährlich zu träumen. Wir, die wir gesetzt sind und unser Leben langsam auf die Reihe bekommen Рder letzt Rest Chaos verschwindet im Kalender und der ToDo Liste, der letzte Rest Wagemut beim Gang zum Kontoauszugsdrucker. Wir können doch nicht Рoder?

„Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?“ ist eine Frage aus dem Buch „Ever Wonder“ (das ich jedem nur empfehlen kann!) Untersch√§tzen wir unsere Identit√§t manchmal? Achten wir den Auftrag Gottes f√ľr gering oder sind wir schlicht √ľberw√§ltigt von dem Konsumerist Dream, dem westlichen Komfort und Behaglichkeitsdenken? Wie lange kann man Berufung wegen Beruf zur√ľck stellen (wenn nicht beides zusammen f√§llt) – kurz: Erlaubst Du Dir gef√§hrlich zu tr√§umen?

Ich muss mich immer wieder ermahnen. In meiner Gemeinde/Gemeinschaft/Bewegung hier beim CVJM gibt es wenige gef√§hrliche Tr√§umer, die meisten davon sind unter oder um die zwanzig Jahre alt. Ich muss mich von ihnen immer wieder aus meinem Sessel bef√∂rdern lassen und von ihrer Begeisterung anstecken. Neu gr√ľnden, neue Wege gehen, missional Leben, in Gottes Mission einsteigen.

Ich weiß, dass viele von Euch schon gefährlich Träumen oder kommt es mir nur so vor Рich glaube, dass gefährliche Träume nötiger sind in einer Krisen und Sicherheitsbedachten Zeit, wie wir sie im Moment erleben. Ich will wieder gefährlicher Träumen. Träumst Du mit? Wirst Du Deinem Traum ein Zuhause geben?

Gedanken zur Missio Dei (Sendung Gottes)

Beim Erarbeiten eines Artikels √ľber Gemeinschaft und Dreinigkeit gefunden und gedacht: Zu gut, um es Euch vor zu enthalten:

‚ÄěHowever, the traditional concepts of mission, evangelism and church planting remain difficult to accept in today‚Äės pluralistic world. Polarization goes on: on the one hand, history has witnessed to many missionary movements that have walked hand in hand with ‚Äötriumphalist colonial-style arrogance‚Äė; on the other hand, our world is weighed down by an over-polite and considerate postmodernist relativism that continues to deconstruct all points of reference for many in the church, divesting them of any passion for mission. Both of these positions are equally abusive of God‚Äės expanding grace, ‚Ķ‚Äú (Accad/Corrie, Trinity, In Corrie: Dictionary of Mission Theology, S. 398)

‚ÄěWie auch immer – die traditionellen Sichtweisen von Mission, Evangelisation und Gemeindegr√ľndung sind in unserer pluralistischen Welt von heute nicht mehr zu halten. Und die Pole entfernen sich immer weiter von einander: Auf der einen Seite berichtet uns die Geschichte von missionarischen Bewegungen, die gepr√§gt waren von einer ‚ÄěSiegessicheren Kolonialherrschafts√§hnlichen Arroganz‚Äú, dem gegen√ľber steht ein kaum zu ertragender, √ľberh√∂flicher und vorsichtiger postmoderner Relativimus. Dieser h√∂rt nicht auf die Orientierungspunkte vieler Kirchen zu dekonstruieren und so jegliche Leidenschaft f√ľr Mission zu rauben. Gottes Gnade, die sich weit ‚der Welt‘ entgegen streckt, wird durch diese beiden Pole gleicherma√üen missbraucht‚Ķ‚Äú(Accad/Corrie, Trinity, InCorrie: „Dictionary of Mission Theology: Evangelical Foundations“, S. 398 – √úbersetzung B.Wagner)

If we understood the full implication of christ‚Äės calling for us to take the good news to the world in the same way that he brought it to us, there would be little need for our petty arguments about the orally proclaimed gospel versus a gospel of social action. Christ‚Äės proclamation as we have it in the written witnesses is not one that made choices between one technique of proclamation or another. Rather Christ‚Äės gospel is a fully released initiative of creative proclamation, ever seeking to add ways to express the divine love to humanity, rather than finding excuses to eliminate one or the other means of expression. This is evangelism at its best! (Accad/Corrie, Trinity, In Corrie: Dictionary of Mission Theology, S. 400)

‚ÄěWenn wir nur die Bedeutung der Berufung Christi an uns verstehen w√ľrden, die darin besteht die gute Nachricht der Welt in genau der gleichen Weise zu bringen in der er selbst sie gebracht hat, dann w√ľrden unsere kleinlichen Diskussionen √ľber dem ‚Äěauf der Verk√ľndigung des Wortes basierten Evangelium‚Äú gegen ein ‚ÄěEvangelium der aktiven sozialen Gerechtigkeit in Taten‚Äú gegenstandslos werden. Den Berichten in den Evangelien zufolge hat Jesus keine Entscheidungen zwischen der einen und der anderen Art und Weise der Verk√ľndigung getroffen. Statt dessen verk√ľndigt Christus das Evangelium mit voller Entschlusskraft kreativ und beschreitet immer neue Wege darin, der Liebe Gottes zu den Menschen Ausdruck zu verleihen, anstatt statt ’nur‘ nach Ausfl√ľchten zu suchen die eine oder andere Form abzulehnen und zu verwerfen. Das ist Evangelisation in Bestform!‚Äú (Accad/Corrie, Trinity, In Corrie: Dictionary of Mission Theology, S. 400 – √úbersetzung B.Wagner)

Ekkaleo.de – stellt „Emerging Church“ vor und kritisiert

Einfach nur, um es zu erwähnen: David Decker, der Mann hinter Ekkaleo.de hat ein Emerging Church Feature zusammengestellt, das ich gut und ausgewogen finde, lässt es doch vielen Leuten Raum und bringt eine Bandbreite an Meinungen zusammen.

Kommentiert habe ich Davids kritische Gedanken an der Stelle „Was mir an der Emerging Church nicht gef√§llt“ – ich habe mich als Teil dieser Bewegung schlicht an manchen Punkten g√§nzlich anders gesehen und wahrgenommen. Man kann und darf gern mit diskutieren – vielleicht auch vom Emergent Forum aus?

CVJM Kolleg

Ich sitze gerade im ICE nach Karlsruhe. Hinter mir liegt ein anstrengender, aber guter Tag. Nachdem ich heute morgen noch Kabel und Stecker f√ľr Starkstrom abgeholt habe, bin ich in den Zug gestiegen und nach Kassel gefahren.

Es war mein erster Aufenthalt im CVJM Kolleg Рviel mehr als den Kurs, den ich geben durfte, habe ich auch nicht mitbekommen. Zum Gespräch hat es nachher leider nicht mehr gelangt Рda war mir mein Zug dann doch wichtiger. Aber auch so habe ich leider Verspätung und finde es zum wiederholten Male sehr seltsam nicht in der Wohnung sein zu können, also nicht zur rechten Zeit.

Ich merke wie sehr mir die Leute und die Wohnung ans Herz gewachsen sind gerade dann, wenn ich nicht da sein kann, wie jetzt. Es ist eine echte Gemeinschaft geworden zumindest f√ľr mich. Aber zu dem was heute in Kassel passiert ist:

Ich war eingeladen eine Vorlesung im Rahmen der Ekklesiologie (Lehre von der Gemeinde) √ľber „Emerging Church“ zu halten. Und es war gut, sehr gut sogar. DIe Studenten haben gut mitgemacht, engagiert diskutiert, intelligent r√ľckgefragt und der Aufbau der vier Stunden war solide.

Ich bin jetzt ein wenig ausgepowert, aber gl√ľcklich und konnte im Schnee nach Hause fahren. Fein. Jetzt noch der Gottesdienst am Sonntag und danach ein wenig Ruhe und Frieden und Zeit mit der Familie. Der Jahresabschluss naht….

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England: Common Worship

415GQ60CQXL._SL160_.jpgEine (au√üer-)gew√∂hnliche Sache durfte ich miterleben bei Harry und Zoe – morgens treffen sich Harry und zwei seiner Mitarbeiter zum Gebet. Nicht jeden Morgen gemeinsam, aber an zwei, drei Tagen in der Woche. An sich noch nichts besonderes und doch irgendwie schon, denn sie benutzen ein Buch dazu: „Daily Prayer (Common Worship: Services and Prayers for the Church of England)“ (Church House Publishing) und das vereinigt sie mit vielen Menschen in ihrem Land. Fr√ľher war es das „Book of Common Prayer“ welches 1662 erstmals aufgelegt wurde. Harry, als ordinierter Pastor der anglikanischen Kirche, gibt sogar das Gel√ľbde, dass er jeden Morgen und jeden Abend mit diesem Gebet beginnt und beschliesst. Am Anfang war es f√ľr mich etwas befremdlich, aber sehr bald wurde es zu einer wundersch√∂nen Erfahrung und auch jetzt lese ich es gern, zumindest am Morgen. Es hat unterschiedliche Teile, Psalmen, Gebete, Passagen aus dem Alten und Neuen Testament, F√ľrbitten, Dank und Lob und sogar Erinnerungen an „Saints“ der anglikanischen Kirche. Und es verbindet eine ganze Kirche in einer Art und Weise, wie es die Herrenhuter Losungen nicht wirklich k√∂nnen. Da es bei uns morgens vom Aufwachen von Emilia an recht turbulent zugeht, stelle ich fest, dass eine bestimmte und irgendwie gef√ľhrte Zeit mit Gott heilsam ist, hilfreich und – so hat es Harry ausgedr√ľckt – wie „Porridge“ (Haferbrei – Arbeiterfr√ľhst√ľck) „es ist nichts wirklich besonderes, ein gew√∂hnliches Fr√ľhst√ľck, aber wenn Du es zu dir nimmst, merkst Du, wie es dich s√§ttigt und lange durch den Tag tr√§gt.“ Stimmt.

Links:

Offizielle Seite der Kirche Englands

Transforming Worship in der Kirche Englands

Das t√§gliche Morgen-Gebet aus dem Buch „Daily Prayer: Common Worship…“ (es wurde zwar gesagt, es g√§be einen Feed, aber bei mir funktioniert das nicht – kann einer der Kompetenten Jungs mal schauen? Ich h√§tte das gern als Feed…Danke!)

Das t√§gliche Abendgebet aus dem Buch „Daily Prayer: Common Worship…“

Ohne Dogma?

The god of whom no dogmas are believed is a mere shadow. He will not produce that fear of the Lord in which wisdom begins and therefore will not produce that love in which it is consumated‚Ķ.There is in the minimal religion nothing that can convince, convert, or (in the higher sense) console; nothing therefore which can restore vitality to our civilisation. It is not costly enough. It can never be a controller or even a rival to our natural sloth and greed. (Ich habe gerade keine Zeit es zu √ľbersetzen, entschuldigt bitte!)
– C.S.Lewis

Gefunden bei Alan heute. Und eine gute Erinnerung, dass man auf dem Weg nicht alles preis geben kann und das man mit der – ich benutze jetzt ein altes und mittlerweile „b√∂ses“ Wort – S√ľndhaftigkeit der Menschen rechnen muss. Was denkst Du?

Wie weit darf/muss man gehen…?

Ich frage mich, ob man nicht zu oft hinter dem zur√ľck bleibt was n√∂tig w√§re. Sei es aus Furcht, Bequemlichkeit oder der w√ľrdelosen Hinnahme des Konsens einer Gemeinschaft. Wie weit muss man gehen, wie weit darf man gehen, wenn es einem n√∂tig, richtig, von Gott beauftragt erscheint?

W√ľrdest Du eine Gemeinde gr√ľnden, wenn es dir richtig erscheinen w√ľrde? W√ľrdest Du den Mut haben – und wie sieht es an der Stelle mit mir selbst aus? Habe ich den Mut weiter zu gehen als bisher? Ich frage mich das. Wie viel Platz gibt es noch da draussen und wie viel Platz in den Gemeinschaften in denen wir integriert sind, um Neues an den Start zu bringen? Und wie viel Mut ist n√∂tig, um das offen anzusprechen? Das Neue Testament ist zugleich strikter und flexibler in seinen Richtlinien f√ľr Gottes Leute im allt√§glichen Leben – der Weg geht √ľber Gemeinschaft, Gemeinde – wie man es auch immer nennt, nicht als Ziel, sondern vielmehr als Mittel der Missio Dei, Gottes Mission diese Welt als Ganzes v√∂llig wieder herzustellen. Dann wird die Form weniger wichtig, aber die Identit√§t der Gemeinschaft als Gesandte wird um so wichtiger. In so fern muss man weit gehen, vermutlich bis √ľber den Rand unserer Begrenztheit und √ľber den Rand unserer Strukturen, die aus unserer Begrenztheit entspringen. Was wir dort finden werden? Davon wei√ü ich nichts, nur dass ich immer mehr zu der √úberzeugung komme, dass es noch mehr zu entdecken gibt in Gottes Auftrag und mit seinen Mitteln als das, was wir bisher haben.

Was das konkret hei√üen wird? Mehr Mut, weniger Verzagtheit und Vertrauen auf einen gro√üen Gott. Mal sehen wohin das f√ľhren wird.

NovaVox

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Seit kurzem (April08) gibt es das novavox Netzwerk f√ľr missionale Gemeindeinnovation. Ich habe mich sehr gefreut bei dem ersten Treffen dabei sein zu k√∂nnen (Think Tank mit Alan Hirsch meine Berichte hier: 1, 2, 3, 4, 5) und freue mich noch mehr zu sagen, dass es hier weiter geht.

novavox versteht sich:

„novavox versteht sich als ein Netzwerk f√ľr Gemeindeinnovation und will missionalen Gedanken in Deutschland eine Stimme geben. novavox unterst√ľtzt dabei missionale Innovatoren mit anderen Gleichgesinnten Erfahrungen und Praxisans√§tze auszutauschen.

novavox m√∂chte weiter Leiter dabei unterst√ľtzen, das Gemeinden und Initiativen entstehen, deren gesamtes Handeln von der Mission Gottes gepr√§gt ist und die sich inkarnatorisch der Welt zuwenden und diese im Sinne Gottes pr√§gen und ver√§ndern, in den Herausforderungen der heutigen Zeit.

novavox ist ein offenes und dezentrales Netzwerk. Jeder, der in missionalen Bahnen denkt und handelt ist herzlich willkommen sich einzuklinken und dadurch sowohl zu nehmen als auch zu geben.

Beabsichtigt ist es, demn√§chst hier direkte und aktuelle Vernetzungsm√∂glichkeiten durch Verlinkung von missionalen Personen, Projekten und Gemeinden zu schaffen.“ (Quelle: NovaVox)

Da geht einiges und um so mehr freue mich die Konferenz mit Floyd McClung hier mit ank√ľndigen zu k√∂nnen – sie findet vom 06.-08.11. in Wuppertal statt. Floyd ist ein Praktiker und vielen noch von seinem Buch „Das Vaterherz Gottes“ (Floyd McClung) ein Begriff. Inzwischen ist ein neues Buch von ihm erh√§ltlich mit dem grauenhaften Titel: „Von Knochen, Kamelen und einer gro√üen Leidenschaft: Neue Wege, Gemeinde zu leben“ (Floyd McClung) das englische „You see bones“ wird hier nicht mal ann√§hernd getroffen, aber das Buch bleibt lesenswert. Und nat√ľrlich ist auch die Konferenz eine Sache, die lohenswert ist: Investier die Tage und nimm was von dem gro√üen Herz und dem reichen Erfahrungsschatz von Floyd mit in deine Gemeinschaft/Gemeinde! Noch gibt es ein paar Pl√§tze…

Emergent Forum in Erlangen die Zweite

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Besser als auf Emergent Deutschland beschrieben kann ich es nicht ausdr√ľcken:

Vom 28. – 30. November findet das zweite Emergent Forum in Deutschland statt. Zu Gast sind wir wie im letzten Jahr in Erlangen. Dieses Forum m√∂chte gerne all diejenigen versammeln, die auf ihre Weise am emergenten Dialog teilnehmen. Um diesem Forum einen Rahmen zu geben wird es neben Zeiten f√ľr Begegnungen eine ganze Reihe von Workshops geben die durch drei Impulsvortr√§ge erg√§nzt werden. Alles in allem wird es ein spannendes Wochenende werden an dem wir uns intensiv mit bestimmten Fragen auseinandersetzen, miteinander reden, denken, lachen und beten werden. Dass dabei weder der legend√§re Kaffee noch ein k√ľhles Bier fehlen werden versteht sich von selbst.

Das Du dich anmelden solltest d√ľrfte klar sein, oder? Auf jeden Fall erw√§hnen sollte ich dabei das Forum Emergenter Kommunit√§ten in Ramsdorf im September (19.-21.09.2008), das bestimmt hochspannend und interessant sein wird. Ich freue mich dar√ľber, dass ich nicht mehr √ľberall dabei sein kann, denn das zeigt, wie breit die emergente Bewegung in Deutschland schon jetzt geworden ist – und da geht noch einiges!

Sieht man sich in Erlangen?